Kategorie: 2015

Alexander Pehlemann / Felix Kubin: Go Ost! Klang – Zeit – Raum: Reisen in die Subkulturzone Osteuropas

Alexander Pehlemann / Felix Kubin: Go Ost! Klang – Zeit – Raum: Reisen in die Subkulturzone Osteuropas (Krass-Festival 2015)

 MUSIK 

21.02.2015, 21 Uhr, KMH

In dem Buch »GO OST!« begibt sich Ex-DDR-Provinz-Punk Alexander Pehlemann auf den Weg durch die ehemaligen Provinzen des sowjetischen Empires und Ex-Jugoslawiens. Er erlebt einiges: eine Polski Punky Reggae Party, den tschechischen Prog-Punk-Sonderweg, jüdische Konzeptkunstpunks in Ungarn, das Zusammentreffen von Eastbam und Westbam, neo-orthodoxe Post-Punks mit Bischofswürden in Mazedonien, den industriellen Ursprungsort der Neuen Slowenischen Kunst, Raves in Leningrad und eine Goa-Komunalka in Sankt Petersburg, katholische Alt-Punks in Polen und sibirische Freaks. Pehlemanns Entdeckungsreise durch die Subkulturzonen Osteuropas ist eine radikal subjektive Annäherung an jene untergegangenen oder transformierten, teils auch museal oder staatstragend gewordenen Szenen. Die als Seiteneinwürfe bezeichneten Gastbeiträge von Felix Kubin sind eine subjektive Ad-Hoc-Bestenliste: zum Beispiel seine persönliche Auswahl der zehn wichtigsten Schallplatten aus dem Osten, basierend auf einer langen Sammlerleidenschaft und angehäufter Expertise, sowie der Tatsache, dass er seit vielen Jahren aktiv am Brückenschlag zwischen Ost und West arbeitet.

Geometry of Dance Vol.2: Krass Urban Dance Battle

Geometry of Dance Vol.2: Krass Urban Dance Battle (Krass-Festival 2015)

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

21.02.2015, 13 Uhr, Foyer

Im Urban Dance gibt es keine Regeln, keine Technik, keine Grenzen. Im Freestyle-Contest treffen Tänzerinnen der puren Streetculture aufeinander. Zahlreiche HipHop-, Breakdance- und Popping-Teams aus ganz Deutschland treten in Dreierbesetzung gegeneinander an. Es sind Akteurinnen der Freien Szene, die Kunst auf der Straße leben und nun zum KRASS Urban Dance Battle ins Foyer von Kampnagel bringen. Das beste Team wird durch eine professionelle Jury per K.O.-System ermittelt.

Balkanizer / Trovaci / Damir Avdić: Konzert + Lesung

Balkanizer / Trovaci / Damir Avdić: Konzert + Lesung (Krass-Festival 2015)

 MUSIK 

20.02.2015, 21.30 Uhr, KMH

Danko Rabrenović alias der Balkanizer liest aus seinem neuesten Buch »Herzlich Willkommencic, Heimatgeschichten vom Balkanizer«, das im Februar 2015 erscheint. In den autobiografischen Alltags-Geschichten spielt er mit kulturellen Gegensätzen und Klischees aus Deutschland und dem Balkan, zeigt aber auch, wie eine Symbiose beider Welten aussehen kann. Neben dem Schreiben hat Rabrenović eine zweite Leidenschaft: die Musik. Mit seiner Düsseldorfer Balkan-Ska-Punk-Band Trovaci (übersetzt: »Vergifter«) spielt er exklusiv deutsche, serbische sowie kroatische Songs aus seinem neuen Album »Aprililili«, das im März 2015 erscheinen wird. Im Anschluss tritt der berühmte bosnische Anarcho-Liberalist und Post-Punk-Poet Damir Avdic auf und reißt mit seinen Gitarrenriffs die Bude auseinander. Avdic beschreibt die Deformationen der östlichen und westlichen Gesellschaften heute – seine bosnischen und englischen Texte transportieren sich durch die Energie seiner Performance: »I am the devil and I am going to meet you in hell!«

Refugium & Baltic Raw: Festivalzentrum in der EcoFavela

Refugium & Baltic Raw: Festivalzentrum in der EcoFavela (Krass-Festival 2015)

 INSTALLATION / AUSSTELLUNG 

19.–21.02.2015, 18 Uhr, EcoFavela Lampedusa-Nord

Die ECOFAVELA Lampedusa-Nord auf Kampnagel ist ein von der Künstlergruppe Baltic Raw entworfener Aktionsraum für Flüchtlinge. Während des KRASS-Festivals zieht dort das Refugium von Ilhana Verem, Biljana Milkov und Jewgeni Roppel ein und ist zugleich Festivalzentrum und Rückzugsraum. Durch Klang, Performance und Videoinstallationen sollen dort Macht und Ordnung aufgelöst und die Diskussion über gesellschaftliche und kulturelle Strukturen angestoßen werden.

Künstlerische Leitung Refugium: Ilhana Verem, Biljana Milkov und Jevgeni Roppel, ECOFAVELA Lampedusa-Nord: Baltic Raw

Schwimmen lernen – Ein Lovesong von Marianna Salzmann

KRASS Festival 2015 Hakan Savaş Mican / Maxim Gorki Theater: Schwimmen lernen - Ein Lovesong von Marianna Salzmann © Thomas Aurin

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

15.02.2015, 20 Uhr, P1

Felicia und ihr Freund Pep heiraten, als sie ganze fünf Wochen zusammen sind. Sie liebt ihn, er liebt sie. Pep hält ihre Beziehung für die beste Idee, die das Universum je hatte. Doch das Universum hat viele beste Ideen. Felicia verliebt sich in Lil, eine Frau, die niemand länger kennt als eine Nacht. Lil ist fremd in dem Land, in dem sie lebt und will in das zurückgehen, das die Leute ihre Heimat nennen. Zusammen machen sich die beiden Frauen auf die Reise. Sie versuchen, ein anderes Leben zu führen in diesem anderen Land am Schwarzen Meer. Doch dort sind beide fremd. Hakan Savaş Mican hat ein Stück über drei junge Menschen gemacht, die um Akzeptanz kämpfen in einer Welt, in der Beziehungen keine Privatsache sind. Mit SCHWIMMEN LERNEN ist »einer der großen Hits des neuen Gorki« (nachtkritik.de) zu Gast bei KRASS.

Regie: Hakan Savaş Mican, Mit: Marina Frenk, Anastasia Gubareva, Dimitrij Schaad, Dramaturgie: Irina Szodruch, Bühne, Kostüme: Sylvia Rieger, Musik: Enik, Video: Benjamin Krieg

Eine Produktion vom Maxim Gorki Theaters im Rahmen von Dogland 2. In Kooperation mit dem Ballhaus Naunynstraße gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Aufführungsrechte beim Verlag der Autoren GmbH & Co. KG. Gefördert von Rusch-Stiftung.

Laibach

Laibach (KRASS Festival 2015)

 MUSIK 

14.02.2015, 21 Uhr, K2

Die slowenischen Avantgarde-Propheten der Monumental-Rockband Laibach machen seit 1980 ideologische, religiöse, politische und insbesondere totalitäre Symbolik zum Thema: provokativ, häufig skandalträchtig, mit diffuser Ironie. »Retroavantgarde« ist die Gesetzmäßigkeit, nach der Laibach künstlerisch arbeitet, sich musikalisches Material und Artefakte rücksichtslos aneignet und manipuliert. Das Künstlerkollektiv Neue Slowenische Kunst (NSK), dem Laibach sich zugehörig fühlten, erhebt das Spiel mit der Ideologie zur höchsten Kunst und eckt dementsprechend oft an. Die Ästhetik der NSK prägt das Künstlerkollektiv bis heute: mit ihren multimedialen Projekten versteht sich Laibach als Alternative zur slowenischen Kunst. Genreübergreifend bieten sie ihrem Publikum dabei neben erstklassiger Rockmusik auch einmalige Klangcollagen. In geballter Präsenz gibt es für die Zuschauer mehr Spektakel als Konzert: mitreißend, intelligent und authentisch, immer auf den Punkt und unterhaltsam zugleich.

Baba Zula / Support: Amane

BaBa ZuLa (Krass Festival 2015)

 MUSIK 

13.02.2015, 21 Uhr, K2

Baba Zula is back in town! Der Sänger Murat Ertel ist das Crazy Horse vom Bosporus, ein Nikolaus von Smyrna auf Dope, ein Hochspannung erzeugender Schlaffi , dessen Performance keiner vergisst, der sie je erlebt hat. Er spielt auf seiner elektronischen Saz, als sei die psychedelische Rockmusik in Istanbul erfunden worden. Bekannt wurden Baba Zula außerhalb der Türkei vor allem durch ihre Mitwirkung in Fatih Akins und Alexander Hackes Dokumentarfilm »Crossing The Bridge«. Aber was für eine archaische Underground-Macht die vier Musiker auf der Bühne entfesseln würden, ließ der Film nicht erahnen. Live liefern Baba Zula eine verwegene Mischung aus Karawanengrooves, Schamanengeraune, überlaut abgemischten Club-Sounds und Psych-Folk-Hymnen. Als Vorband spielen Amane – als Mischung aus Dog Rock mit Gypsy Funk das perfekte Aufwärmprogramm für Baba Zula!