Geometry of Dance Vol.3: Krass Urban Dance Battle

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Im Urban Dance gibt es keine Regeln, keine Technik, keine Grenzen. Im Freestyle-Contest treffen Tänzer*innen der puren Streetculture aufeinander. Zahlreiche HipHop-, Breakdance- und Popping-Teams aus ganz Deutschland treten in Dreierbesetzung gegeneinander an. Es sind Akteur*innen der Freien Szene, die Kunst auf der Straße leben und nun zum KRASS Urban Dance Battle ins Foyer von Kampnagel bringen. Das beste Team wird durch eine professionelle Jury per K.O.-System ermittelt.

© jewgeni roppel

Bozo Vreco: Konzert

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Sevdah oder auch der »bosnische Fado« steht für melancholische Liebeslieder, die bereits im Osmanischen Reich gesungen wurden. Bozo Vreco setzt sich über ethnische Grenzen hinweg, wenn er sich als bosnischer Serbe dem Sevdah, also der Musik bosnischer Muslime widmet. Der passionierte Musiker und Autodidakt bricht aber noch mit einem weiteren Tabu, was bisher als unumstößlich auf dem Balkan galt. Er definiert seine Sexualität nicht und spielt auf der Bühne mit Weiblichkeit und Maskulinität. Leidenschaftlich performt Bozo Vreco mit langem Bart, geschminkt und in selbstgefertigten Frauenkleidern auf der Bühne bosnische Liebeslieder.

© Jewgeni Roppel

Théâtre Follown: Die Herren des Wahnsinns

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Die Hamburger Gruppe Follown konfrontiert sich im zweiten Teil ihrer Europatrilogie mit der mystischen Seite Afrikas: Aus der traumatischen Erfahrung des Kolonialismus heraus wurden verrückte Geister geboren. Diese fühlen sich heute berufen, das kranke Europa aufzusuchen und zu behandeln. In einer wahnwitzigen Szenencollage aus Theater, Film, Tanz und Imagination entlarvt das Stück DIE HERREN DES WAHNSINNS die Konstruktion von Bedrohung und Angst durch das Fremde. Der Titel bezieht sich auf den umstrittenen Dokumentarfilm »Les Maitres fou« des französischen Filmemachers Jean Rouch.

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Khebez Dawle خبز دولة: Konzert

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Die syrische Rock-Band Khebez Dawle خبز دولة (zu deutsch: »Das Brot meines Landes«) hat ihre Flucht nach Europa zur Konzerttour gemacht. Ihr arabischer Post-Rock hält die Ereignisse einer gescheiterten Revolution wach, Momentaufnahmen eines Abschieds aus der Heimat. Die Bandmit-glieder flohen vor dem Krieg in Syrien und fanden 2013 im Libanon wieder zusammen. Über die Türkei flüchteten sie nach Griechenland und als sie dort aus den Schlauchbooten stiegen, verteilten sie spontan CDs an Touristen am Strand, die eigentlich für europäische Labels gedacht waren. In Kroatien organisierten befreundete Kollegen ein erstes Konzert, auf der Weiterreise nach Berlin spielten sie auch in ausverkauften Clubs in Zagreb und Wien. Für die Band stand fest weiter Musik zu machen, um zu zeigen, dass nicht alle Flüchtlinge arm und mittellos sind und für die zu sprechen, die in Syrien keine Stimme haben. Während des KRASS Festivals tritt Khebez Dawle zum ersten Mal in Hamburg auf.

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Autoput: Ko To Tamo Peva

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Die Gruppe Autoput synchronisiert in einer Liveperformance den Kultfilm KO TO TAMO PEVA (Wer singt denn da?) mit viel Humor und Improvisationstalent. Der Film aus dem Jahr 1973 berichtet von einer Autobusfahrt nach Belgrad. Obwohl die Strecke nur 100 km lang ist, dauert die Reise einen ganzen Tag. Aufgehalten wird die bunt zusammengewürfelte Reisegruppe durch Wegelagerer, die Armee und landet sogar in einem Flussbett. Am 5. April 1941 erreichen sie ihr Ziel zum Beginn der deutschen Bombardierung Belgrads. Es ist die Geschichte der Absurdität von Normalität im Angesicht des Krieges.

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Adnan Softić / Günter Reznicek und Gloria Brillowska: Slawendisko

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Vor mehr als 20 Jahren war die Slawendisko der beiden Künstler und Musiker Adnan Softić und Günter Reznicek so etwas wie die ungezogene Antwort auf die Russendisko, man scherte sich um nichts, ausser darum, selbst die protestantischste Seele zum Hopsen zu bringen. Clubs wie der Golden Pudel konnten ein Lied davon singen. Wenn die beiden nun mit gebeugten Rücken und ergrauten Schläfen wiederkehren, ist nur eines sicher und dieses Eine weiß niemand.

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KRASS Festival 2016 Mobile Albania / Pneuma Szöv: Paplament

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Die Pap-Familie ist ein wandernder Stamm, der auf seinen Raubzügen graue Stadtplätze, schwarze Bühnen, leere Hintergärten besetzt. Die Orbanisierung hat begonnen: neue Grenzen überall, Angst als politische Strategie, Totalkontrolle des öffentlichen Raums, Segregation. Brandstiftende Banden wüten, behaupten ihr Territorium, wollen es abschirmen gegen unerwünschte Eindringlinge. Auf dem Festival richtet sich die Pap-Familie in ihrer Jurte aus Wahlpappen häuslich ein und lädt ein zum Anfertigen nützlicher und unnützer Dinge aus den Pappenheimern der letzten Wahlen, frei nach dem Motto: »Die Wahlposter braucht kein Mensch, aber die Pappe ist super.« Do it yourself – vom AfD-Fächer bis zum Martin-Schulz-Schwert ist alles dabei. Während der Handarbeit taucht man ein in den Kosmos der Pap-Familie, die nach neuen und alten Identitäten jenseits der Nationen sucht.

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Philip Baumgarten / Afsane Ehsandar: Endless Hospitality

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Was macht die Flucht mit den Menschen, die auf dem Weg ihren legalen Status und ihre Identität zurück lassen müssen und nach ihrer Ankunft gezwungen sind, sich beides hart zurück zu erkämpfen? Diese Frage beschäftigte die Theaterautorin Afsane Ehsandar nach ihrer Flucht aus dem Iran. ENDLESS HOSPITALITY ist ein groteskes Drama über die Innenwelten der Flucht, über Geschichten, die sich in keinem Land erzählen lassen und über eine Gefängniszelle als Sehnsuchtsort. Gemeinsam mit dem Regisseur Philip Baumgarten und einem internationalen Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen versucht Ehsandar mit ENDLESS HOSPITALITY die Reproduktion von Opferrollen und Betroffenheiten zu unterbrechen, um von Ereignissen zu berichten, deren Protagonist*innen abwesend bleiben werden.

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Kwiskotheka Teil 2 Branko Šimić / Martina Stoian / Nikola Duric: I was a Refugee

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“Warum gehen uns die aktuellen Bilder der Flucht nach Europa so nahe? Warum berühren uns die Leiden und Strapazen so sehr? Eine Antwort darauf ist, dass wir mit den großen Erzählungen von Flucht aufgewachsen sind. Da wäre einmal die Odyssee aus der Antike und der Auszug der Israeliten aus Ägypten. Diese Geschichten sind in uns eingeschrieben und gerade lese ich eine davon tatsächlich mit meiner Tochter. Aber wo große Epen in die Wirklichkeit hereinbrechen, sind Die Kulturschaffenden nicht weit. So warten Dutzende von Dramaturgen, Dirigenten und Regisseuren vor den Türen der Erstaufnahmeeinrichtungen und kaum fallen die Geflüchteten aus dem Bus, werden sie auch schon auf die Bühne gezerrt, als Nabokovs Gefangenenchor oder in die Aufführungen „Die Schutzbefohlenen“ am Thalia oder aufs „Schiff der Träume“ am Schauspielhaus.

Kwiskotheka!

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Die jugoslawische Kultsendung Kwiskotheka eröffnete in den 70er Jahren eine neue Art des Frage- und Antwortspiels. Über vierzig Jahre später wird das TV-Studio zu einer multifunktionalen Installation, einem bespielbaren Raum, der neue Fragen aufwirft. Die KWISKOTHEKA 2016 ist ein gastgebendes Bühnenbild, das sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Migrant*innen und ihrer Feind*innen zum Thema nimmt. In der Kwiskotheka 2016 beschäftigt sich der Regisseur und Kurator des Krass Festivals, Branko Šimić, mit der Konstruktion von Antworten auf Fragen der Geflüchteten an Deutschland und ihren Ideen für Deutschland. In diesem Theaterstudio werden drei unterschiedliche Inszenierungen gezeigt:

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