Aleksandar Hemon: Die Welt und alles, was sie enthält

Krass Festival 2024, Aleksandar Hemon

Foto: Aleksandar Hemon

LESUNG/GESPRÄCH

SO 07.04., 18.30 Uhr, Kampnagel (k6)

Aleksandar Hemons Großvater ist aus der Ukraine nach Bosnien gekommen. Hemon wurde 1964 in Sarajevo geboren. 1992 hielt er sich im Rahmen eines Kulturaustauschs in den USA auf, als er von der Belagerung seiner Heimatstadt erfuhr. Er beschloss, im Exil zu bleiben. Seit 1995 schreibt er auf Englisch. Spätestens seit seinem international gefeierten Roman »Das Lazarus-Projekt«, der in Deutschland auf der Shortlist des Internationalen Buchpreises 2009 stand, gehört er zu den meistbeachteten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

Im KRASS Festival Programm präsentiert er sein neues Buch Die Welt und alles, was sie enthält:

Als Erzherzog Franz Ferdinand an einem Junitag des Jahres 1914 in Sarajevo eintrifft, ist Rafael Pinto damit beschäftigt, hinter dem Tresen der Apotheke, die er von seinem Vater geerbt hat, Kräuter zu zerkleinern. Es ist nicht ganz das Leben, das er sich während seiner Studententage im libertären Wien vorgestellt hatte, aber es ist nichts, was ein Schuss Laudanum, ein Spaziergang und Tagträumereien nicht in Wohlgefallen auflösen könnten. Und dann explodiert die Welt. Der Krieg verschlingt alles, was er kannte, und das Einzige, worauf Pinto hinlebt, ist die Zuneigung von Osman, einem Kameraden, einem Mann der Tat, der Pintos poetische Seele komplementiert. Ein charismatischer Geschichtenerzähler und Pintos Beschützer und Liebhaber. Gemeinsam entkommen Pinto und Osman den Schützengräben und geraten in die Fänge von Spionen und Bolschewiken. Während sie über Berge und durch Wüsten reisen, von einer Welt in die andere, bis nach Shanghai, ist es einzig Pintos Liebe zu Osman, die überleben wird. Eine große, zärtliche, mitreißende Geschichte, die Jahrzehnte und Kontinente umspannt – und einmal mehr Hemons Status als einen der kühnsten Schriftsteller unserer Zeit untermauert.

Die Lesung findet im Rahmen der Installation WITNESSES OF NON-EXISTENCE von Adnan und Nina Softić in der K6 statt.

© Armin Smailović