Kategorie: Archiv

Infarkt Global: Wenn die Menschen gehen, kommen die Denkmäler

Krass Kultur Crash Festival 2020, Krisen-Edition, Kampnagel, Branco Simic

 LIVE STREAM 

07.05., 19 Uhr, YouTube

Der Bergarbeiter von Husino/Husinski Rudar: Vor hundert Jahren ist er in einen Kampf gegangen für die elementaren Arbeiter- und Menschenrechte, Würde, Solidarität.

Heute am Vorabend des 75. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus hält er eine Rede für alle Europäer*innen: „Ich habe das Recht davon zu reden, weil ich ewig bin. Meine Vergangenheit, meine tiefe Vergangenheit ist die, die die vor euch steht. Meine Vergangenheit ist eure Zukunft. Ihr werdet für eure Armen, Hungrigen, Rechtelosen kämpfen müssen oder es wird euch nicht mehr geben.“

Von und mit: Branko Simic, Nikola Djuric, We are Visual, Bernadette La Hengst und Band, Vernesa Berbo

Geometry of Dance – Internationale Urban Hiphop Dance Battle

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 INTERAKTIV 

SO 14.04.2019, 12 Uhr, KMH

Im Urban Dance gibt es keine Regeln, keine Technik, keine Grenzen. Es ist Street-Kultur pur: Alle teilen etwas Gemeinsames – die Körper sind tanzgesteuerte Musikmaschinen. Im KRASS – URBAN DANCE BATTLE treten Hip Hop und Breakdance-Teams in Dreierbesetzung im Freestyle gegeneinander an. Eine professionelle Jury wählt per K.O.-System das beste Team aus. In der Pause der Battles präsentiert KRASS die »Battler’s Opera« – eine Tanz­performance inspiriert von Brechts Dreigroschenoper.

Edo Maajka & Band

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 MUSIK 

SA 13.04.2019, 21.30 Uhr, KMH

Edo Maajka gilt als einer der größten MCs des Balkans. Seinen Durchbruch erlebte er 2002 mit seinem ersten Album »Slušaj Mater« (»Hör auf deine Mutter«). In seinen Texten verarbeitet der in Zagreb lebende Bosnier Erfahrungen mit Themen wie Krieg, soziale Ungerechtigkeit, Nationalismus, aber auch Liebe und Hass. In Deutschland wurde er durch den Track »Bruderkrieg« mit Slick One (Selfmade Records) bekannt. Edo Maajka ist zu einem Idol für ganze Generationen geworden – nicht nur auf dem Balkan. Das KRASS Festival präsentiert Edo Maajka zum zweiten Mal in Hamburg – diesmal mit neuem Album und Band: Bosnischer Hip Hop Star mit Band meets Hamburger Szene!

Im Anschluss: DJ-Set mit Siggie Pop

Tendaguru Museum

Krass-Festival-2019_Nikolai-Nelles

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

SA 13.04.2019, 19 Uhr, 19.30 Uhr, 20 Uhr, 20.30 Uhr, P1

Zwischen Multi-Media und bildender Kunst arbeitet Jan Nikolai Nelles daran, durch künstlerische Praxis und Aktivismus neokoloniale Machtstrukturen und hegemoniale Repräsentationsmechanismen zu entmachten. Für KRASS entwickelt er eine Performance über den kolonialen Raubzug der Europäer und die Schwierigkeit, zurück zu geben, was einem nie gehört hat. Ausgangspunkt für TENDAGURU MUSEUM ist die Zeit des Maji-Maji-Aufstandes, das blutigste Gemetzel der deutschen Truppen von 1905 bis 1907 im heutigen Tansania. Die Deutschen transportierten damals Schiffsladungen an Köpfen und Dinosaurier-Fossilen nach Hamburg.

Dub-ke Adventures in Arab Techno

Krass Festival 2019 Dub-Ke Arab-Techno

 MUSIK 

FR 12.04.2019, 22 Uhr, KMH

Die vierte Ausgabe des Clubformates zur Erkundung arabischer Technokulturen findet dieses Mal im Kontext des Festivals KRASS statt. Krass ist auch, dass in den meisten arabischen Ländern Techno und Elektronische Musik immer noch absolute Underground-Phänomene sind. Hedonismus, Party, Drogen – all das ist den Ordnungshütern ein Dorn im Auge. Wer noch nie an einem heimlichen Rave in der Wüste teilgenommen hat, kriegt im Kampnagel- Club zumindest einen musikalischen Eindruck, wenn auch ohne Sand in den Schuhen. Das musikalische Spektrum umfasst diverse Stile und Genres von »Arab Trap« zu »Oriental House«. Der Name der neuen Party-Reihe ist bereits eine Hommage an hybride Formen: Dabke heißt der traditionelle Folkloretanz – DUB-ke ist dessen technoide Überscheibung.

Shahin Najafi

Najafi-Foto-Mario-Ilic

 MUSIK 

FR 12.04.2019, 20 Uhr, K6

»His words cut through me like a knife«; »Seine Worte durchdringen mich wie ein Messer« – so schreibt die New York Times über die polarisierende iranische Protest-Ikone Shahin Najafi. Najafis musikalisches Repertoire inkludiert Rock, Rap bis Klassik und insbesondere Jazz, mit spielerischer Mischung der altpersischen Poesie bis überlieferte Volkslieder aus Nordpersien. »Dritte Art«, sein neues Album, ist eine Sammlung formdiverser und neuer Klänge in der iranischen Musikszene. Als Avantgardist und kritischer Rebell hat sich Najafi einen Namen gemacht, seine Rebellion jedoch beschränkt sich nicht nur auf die Bedeutung, sondern zeichnet den Prozess des ständigen Wandels in Art und Form aus. Beim KRASS Festival ist Shahin Najafi zum zweiten Mal zu Gast.

The man who did not see the whale pass by

Krass-Festival-2019_Panaibra-Gabriel-Canda

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

FR–SA, 12.–13.04.2019, 20 Uhr, K2, (Weltpremiere

Inspiriert von den Autoren Janusz Korczak und Fernando Pessoa beschäftigt sich der mosambikanische Choreograf und Tänzer Panaibra Gabriel Canda mit den unterschiedlichen Welten und Sichtweisen von Erwachsenen, Kindern sowie verlorenen oder verschütteten Utopien. Canda, einer der bedeutendsten Choreografen Afrikas, war bereits zweimal zu Gast auf Kampnagel – mit TIME AND SPACES und POINT OF INTERSECTION.

Es gibt eine Verbindung zwischen mir und dem anderen Ich, wie das Wurmloch, das das Teufelsmeer mit dem Bermuda Dreieck verbindet. Eine Verbindung zwischen dem Ich, dem Auge der Kamera und dem projizierten Bild. Es steht für unsere Gesellschaft, in der zwischen dem Ich und der Erwartung der Anderen eine Spannung besteht, die manchmal die Projektion eines weiteren Ich erzwingt. Aber was ist dieses andere Ich? Es besteht ein Missverständnis zwischen dem rationalen Denken des Menschen und seiner Irrationalität:  ein stummer Schrei, der die Menge anspricht, ein blinder Blick, der eine Landschaft sieht, eine verstümmelte Bewegung, die in die Leere greift, ein geruchloser Geruch, der die Umgebung erstickt, ein geschmackloser Geschmack, der auf der Zunge sticht; ein Geist, der das Unterbewusstsein eines Bewusstseins bewohnt, das demokratische Diktaturen billigt, indem es sich in der Trägheit einer vermeintlichen Freiheit eines Lebens in Stillstand einrichtet. Dies ist der Mann vom Meer, der den Wal nicht vorbeiziehen sah, die Walgesänge nicht hörte, das Salz des Wassers nicht spürte geschweige denn die Bewegung der Welle. Dieser Mann lebt hier, in dieser Welt, in der sich Helden in Schurken verwandeln, Befreier in Ausbeuter, Ideologien in Glauben, Religion in Politik, Kriege in Geschäfte, Regierungen in Unterdrücker, Grenzen in Mauern, Sicherheiten in Unsicherheiten. Ja, hier ist der Mann, der die Erde verseucht, um auf dem Mond zu leben – ohne Schwerkraft oder Sauerstoff. Willkommen! (Panaibra Gabriel Canda)

Konzept, Choreografie, Performance: Panaibra Gabriel Canda, Technische Leitung: Caldino José Alberto, Video: Noam Gorbat, Int. Distribution: Plan B Hamburg / Carmen Mehnert & Anne Schmidt

Eine Produktion von Panaibra Gabriel Canda/CulturArte.