Autor: admin-krass

Infarkt Global: 20Husino20

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

01. und 02.05., 19 Uhr, k4

Infarkt Global ist eine installative Multimedia Performance, die sich dem Phänomen von Exil als Krankheit widmet.

Ausgehend von der Biografie und Person des bosnischen Performers Goran P. , dessen Sprachzentrum von einem Schlaganfall unwiederbringlich zerstört wurde, entwickeln der Regisseur Branko Simić und der Dramaturg Nikola Durić das Portrait eines globalen und individuellen Infarktes.

Der individuelle Körper ist hier der Spiegel der globalen Unordnung und wird zur Fläche des politischen Kampfes.

Ein Mensch der nicht sprechen kann, nimmt sich vor Geschichten zu  erzählen: über einen Bergarbeiteraufstand von 1920 in seinem Heimatdorf Husino, über Helden von damals, über Mut, Moral und Idealismus. Er zieht eine Parallele zu heute – 100 Jahre später. Die Helden sind verschwunden, sein Dorf ist verlassen. Die Menschen sind in den Westen gegangen, um die kapitalistische Maschine am Laufen zu halten. Anonym, schweigend, für immer.

Goran P. auch. Er ist in Deutschland angekommen wie tausende von LKW Fahrern, Pflegekräften, Putzdiensten und Bauarbeitern und arbeitet hier als Performer und High Tech Experiment.

Es ist eine Geschichte über Identität, eine Kategorie die in permanenter Bewegung ist, über Identitätsverlust (Heimat) und Identitätskonstruktion (Exil)

Regie: Branko Šimić, Dramaturgie: Nikola Durić, Darsteller: Goran Pavlasević, Video/Foto: Mario Ilić

Gefördert von der Kulturbehörde Hamburg Integrative Projekte

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Dubioza Kolektiv

 MUSIK 

FR 01.05., Einlass: 20.30 Uhr, k2

KRASS feiert den Tag der Arbeit mit dem bosnischen Dub Kraftpaket Dubioza Kolektiv. Die verrückte Truppe aus Zenica und Sarajevo mischt Dub, Metal, traditionelle Elemente und HipHop und singt gegen die Ohnmacht in einer prekären Lebenswelt und die Dumpfheit der Politik an.

Sie treten an, um die Stereotypen vom Balkan zu widerlegen und im eigenen Volk gegen Nationalismus und Ungerechtigkeit aufzustehen.

2003 schließen sich Mitglieder der beiden Bands Gluho Doba Against Def Age und Ornamenti zum Kollektiv zusammen. Die harte Schule des Lebens haben sie während der Belagerung Sarajevos erfahren, ihre Lyrics kommen daher aus erster Hand. Immer wieder nehmen sie direkt Einfluss auf die Politik, etwa mit der Gründung der Bürgerrechtsbewegung Dosta! oder der Organisation eines Anti-Korruptions-Konzerts direkt vor dem Parlament.

Für ihre kompromisslose Haltung bekommen sie auch im Ausland Anerkennung: Mit ihren massiven Soundsystems werden die sieben Dubiozas auf große europäische Festivals eingeladen, um Tausende von Tanzwütigen mit ihrem schweißtreibenden Mix von bosnischer Folklore über Ska bis Metal zu begeistern. Für alle LKW Fahrer, Pflege- und Putzkräfte, für alle auf den Baustellen nebenan, für alle verlassenen Dörfer und Städte Osteuropas, für Alle, die von Ost nach West gehen mussten um Arbeit zu finden und jetzt die kapitalistische Maschine füttern, denn sie darf nicht stehen bleiben. Dubioza Kolektiv und das KRASS Festival gratulieren euch allen zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Den Arbeiter Kult überlassen wir nicht den Rechten – nicht ohne Kampf!

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Next Culture Symposium – ­Positionen transkultureller Bildung #3: Umordnung

 INTERAKTIV 

MO 04.05., 9.30h–17.30 Uhr, K2

Mit dem Symposium Next Culture ist im Rahmen des KRASS Kultur Crash Festivals auf Kampnagel seit 2018 ein Kongressformat für Akteur*innen der kulturellen Bildung, Lehrer*innen, Schüler*innen und Künstler*innen entstanden, das sich den Herausforderungen der internationalen Stadtgesellschaft widmet und Themen wie Antidiskriminierung und Integration mit einer künstlerischen Haltung begegnet.

Die dritte Ausgabe von Next Culture beschäftigt sich mit den künstlerischen Möglichkeiten der Umordnung bestehender Machtverhältnisse gegen Diskriminierung. Dabei soll Poesie als politische Praxis erlebt werden, um die Welt gestaltbar zu machen. Umdeutung als Praxis der Selbstwirksamkeit und Prozess des Empowerments öffnet  besonders in Schule neue Verhandlungsräume für ein gewaltfreies Miteinander. 

Mit Theorie-Teasern, praktischen Workshops und kreativen Selbstversuchen erproben die Next Culture Teilnehmer*innen die Fiktionalisierung von repressiven Haltungen zu Gunsten einer gemeinsamen Zukunftsvision.

Referenten: Aladin El-Mafaalani, Kübra Gümüsay, Max Czollek, Moderation: Rita Panesar, Workshops: Simonida und Sandra Selimovic, Zandile Darko, Temye Tesfu, Dan Thy Nguyen, Sophia Hussain