Programm 2014

The Chweger / Dorian Wood

Krass Festival 2014

 MUSIK 

08.02.2014, 21 Uhr, KMH

Ein musikalisches Doppelpaket aus Kulturcrash pur und exzellenter Musik: Die kosmopolitische Band The Chweger aus dem neuen EU-Staat Kroatien präsentiert ihre Musik in fünf Sprachen auf Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch und Kroatisch und verbindet die ex-jugoslawische Rock- und Pop-Tradition mit Kraut-Rock, minimalistischer Elektronik und Spaghetti-Western-Style.

Der geborene Kalifornier Dorian Wood ist mit seinem stimmlichen Charisma und seinen emotional aufgeladenen Performances die experimentelle Ader avantgardistischer Ohnmacht. Sein Debüt-Album »Bolka« erhielt breites Kritikerlob für seine tadellose Verschmelzung von Folk, Soul, bulgarischer Chormusik und experimenteller Musik.

Fremd

"Fremd" Miriam Fassbender

 FILM 

08.02.2014, 18 Uhr, Alabama Kino

FREMD beschreibt den von der Not diktierten Aufbruch eines jungen Maliers nach Europa. Seit zweieinhalb Jahren ist er unterwegs in eine Welt, in der er nie leben wollte. Der Film sucht die Beweggründe für diese Flucht und gewährt Einblick in die Lebensumstände und den zermürbenden Alltag von Migranten auf ihrem Weg vom subsaharischen Afrika über Algerien und Marokko nach Europa. Er zeigt ihr Leben, das geprägt ist von Hetze und Hoffnung, Flucht und Stillstand. Vom Leben als jahrelanger Reisender und vom Überleben in der Fremde.

Ein Film von Miriam Fassbender

Ashraf Sharif Khan, Viktor Marek

Ashraf Sharif Khan, Viktor Marek

 MUSIK 

07.02.2014, 22 Uhr, KMH

Der eine sieht aus wie ein Sizilianer, trinkt 20 Espresso am Tag und führt ein rastloses Leben zwischen dem Golden Pudel Club und gefühlten zehn Bands. Als »Madlib von der Waterkant« gefeiert, blubbern aus Viktor Mareks elektronischer Schaltzentrale rhythmisierte und gedehnte Geräusche des Alltags. Der andere ist indischer Sohn eines pakistanischen Sitarmeisters und jetzt selber einer. Ashraf Sharif Khan spielt Ragas auf der ganzen Welt und ist nur durch Zufall in Hamburg gelandet, wo es ihm die Clubmusik angetan hat: Viktor Marek und Ashraf Sharif Khan – zusammen sind sie: Der Khan und der Sizilianer. Heraus kommt etwas Eigenes und gleichzeitig was Gemeinsames – auf jeden Fall etwas, das man gehört haben muss!

Paradise Mastaz – Eine Musikperformance mit Puppen

Hajusom Paradise Mastaz - Eine Musikperformance mit Puppen

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

06.–08.02., 19.30 Uhr, k2

Nach ihrem großartigen Erfolg mit der preisgekrönten Musiktheaterproduktion HAJUSOM IN BOLLYLAND hat die transnationale Performancegruppe für PARADISE MASTAZ ihr Personal um besondere Experten erweitert. Schräge Schaumstoffpuppen als Europäer (gebaut von der legendären Berliner Trash-Puppentheatergruppe Das Helmi) und hölzerne Marionetten im Stil westafrikanischer Puppenbautradition werden als aktuelle Protagonisten des Tourismus und der Migration von den Performern auf den Weg gebracht. Auf ungleichen Reiserouten sind sie alle auf der Suche nach ihrem Paradies und verheddern sich dabei nicht nur im Kampf mit wechselseitigen Klischees und Projektionen. Hajusom nimmt die Fäden in die Hand und zeigt eindrucksvoll, wer die wahren Meister des Paradieses sind und wie die Strippenzieher im globalen Spiel der Macht aufgebaut und demontiert werden. Viktor Marek und Knarf Rellöm lassen mit ihren Live-Beats Puppen und Performer tanzen. Nach der Uraufführung in der vergangenen Spielzeit wird das Stück im Rahmen von KRASS noch einmal aufgenommen.

Von und mit: Hajusom Konzept und Künstlerische Leitung: Ella Huck, Dorothea Reinicke Puppenbauleitung: Niklas Loycke / Das Helmi, Yaya, Facinet und Ousmane Coulibaly, Troupe Sogolon Live-Musik: Viktor Marek, Knarf Rellöm, Emanuel Boadu, Rahmat HassaniChoreografie: Can Gülec, Franklyn Kakyire Schwan-Chroeografie: Friederike Lampert Ausstatter/ -in: Markus Lohmann, Jelka Plate Video: Farzad Fadai

Eine Produktion von Hajusom e. V. und Kampnagel Hamburg, in Koproduktion mit Theater Pumpenhaus Münster, FFT Düsseldorf. Gefördert von der Kulturbehöre Hamburg, Hamburgische Kulturstiftung, Fonds Darstellende Künste, Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung, Goethe Institut und Kirchlicher Entwicklungsdienst.

Abgrund – Ich bin ein alchemistisches Produkt

Branco Šimić Abgrund Krass Festival 2014

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

05.–08.02.2014, 20 Uhr, K1

»Wenn wir nicht den Preis zahlen, den es kostet, die Welt zu verändern, dann wird sich die Welt auf ihre Weise ändern.«

Etel Adnan Die neue Regiearbeit des KRASS-Festivalkurators Branko Šimić ist inspiriert von Werk und Weltanschauung der libanesischen Künstlerin Etel Adnan. In ihrem Werk vereint sie die Widersprüche dieser Welt und setzt sie in komplexe Beziehungen. ABGRUND begreift das Leben im Exil als einen Faktor der Erkenntnis, als eine Möglichkeit, die chaotisierte Welt wenigstens in der Fantasie in Ordnung zu bringen und zu harmonisieren. Das Stück versucht eine Alternative zu entwickeln gegenüber der politischen Demagogie, einen Protest zu formulieren gegen die fatale Kombination von Nationalismus, Xenophobie, Missbrauch der Religionen und die Reduktion der Welt auf nackten Profit. Mit szenischen, musikalischen und choreografischen Elementen entsteht ein (Alb)Traum-Szenario. ABGRUND zeigt radikales, schnelles und poetisches Theater, das sich nicht mit Kompromissen zufrieden gibt.

Regie: Branko Šimić, Dramaturgie: Nikola Duric, Choreografie: Rica Blunck, Musik: Frau Kraushaar, Sascha Demand, Video: Biljana Milkov

mit: Nikola Duric, Jasmina Music, Arash Marandi, Sihan Refaie, Yvonne Krol, Azad Yesilmen, Faissal Ahmadazy, Jugendliche Sinti und Roma der Theater Gruppe „Schwarzer Zahn“

Gefördert von:

Kulturbehoerde Hamburg
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Eröffnungsparty DJ Nerima

DJ Nerima

 MUSIK 

05.02.2014, 22 Uhr, KMH

Mit Dancehall, Afrobeats und Weltmusik legt die »tropical-female DJane« Feuer unter die Sneakers: DJ Nerima schickt als Club-Geheimwaffe exotische Sounds über die Tanzfläche.

Refugium: Installation einer mongolischen Jurte

Refugium © Jewgeni Roppel

 INSTALLATION / AUSSTELLUNG 

05.–15.02.2014, täglich geöffnet

Was muss ein Ort können, der alles kann? Wo finden Gesellschaft, Politik, Party und Kunst so statt, dass sie gesellschaftlich und sozial etwas bewirken? Das Refugium ist eine alternative Freiheitskonstruktion, ein trojanisches Pferd, das Visionen schmuggelt, ein Ort für Theater, Musik, Manifeste und die eigene Freiheit. Die Besucher verlieren ihre Nationalität, und betreten eine grenzenlose und ideologiefreie Zone. Sie verlassen die Kälte, setzen sich ans Feuer, beginnen das Spiel, die Auseinandersetzung mit den Akteuren und den Inhalten. Fremdes wird heimisch, Heimisches fremd. Das REFUGIUM ist für Gäste immer geöffnet: die Performer sind die Gastgeber. Man kommt und geht, wie man will – oder man bleibt.

Party: DJ FRAU KRAUSHAAR

Frau Kraushaar ist eine deutsch-bayrisch-tunesische Hamburger Musikerin. Ihr Herz schlägt für seltsame Melodien, vernetzte Beats und Elektro-Sounds. Eine KRASSE DJ Nacht!
08.02., 23 Uhr

Foto-Lese-Performance: DER LETZTE ATEMZUG VON DAMASKUS

(Jewgeni Roppel, Ilhana Verem)
Seit Frühjahr 2011 sind mehr als 60.000 Menschen dem Bürgerkrieg in Syrien zum Opfer gefallen. DER LETZTE ATEMZUG VON DAMASKUS ist ein fotografischer Essay, der den Blick auf Syrien kurz vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs lenkt. Jewgeni Roppels Fotos zeigen die letzten friedlichen Momente einer Stadt vor der Zerstörung.
06.02. und 13.02., 18 Uhr

INSTALLATION: WHERE IS EUTOPIA?

(Biljana Milkov, Berlin / Belgrad)
WHERE IS EUTOPIA? ist eine interaktive, begehbare Installation der Künstlerin Biljana Milkov. Eutopia ist ein Nirgendwo-Ort. Die Besucher werden von einer Beobachtungskamera entortet und in die virtuelle Realität Eutopia projiziert. Die Kamera wird vom Überwachungsorgan zum Beamer in eine bessere Welt.
12.–15.02., 18 Uhr

KINDERTHEATER: DIE SAGE DER ROMA – ROMANI PARAMISI

DIE SAGE DER ROMA ist eine Geschichte in der Tradition der »Zigeunermärchen«, eine Sage mit musikalischen Elementen, die bei den Roma von Generation zu Generation weitergegeben wird. Sie beschreibt die Entwicklung von einem Vogelwesen zum Menschen und zeigt die Veränderung der Roma-Kultur durch die Anpassung an irdische Werte. Sie handelt von Menschen, die in ihrer Seele Vögel geblieben sind, die für immer das Fliegen verlernt haben und seitdem durch die Lande ziehen. Anna Wieckhorst und Dzoni Sichelschmidt haben DIE SAGE DER ROMA als musikalisches Jugendtheaterprojekt für das KRASS-Festival inszeniert. Es bietet die einmalige Chance der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs mit jungen Roma, die in Hamburg leben.
10.–11.02., 11 Uhr
Mit Schülerinnen und Schülern ( 1.–4. Klasse) der Stadtteilschule Maretstraße in Harburg, ab 6 Jahre

ABSCHLUSSPARTY: Lange Nacht alchemistischer Produkte

Bei 40° im REFUGIUM verschmelzen alle Grenzen miteiander und Alchmie bewirkt ihr wahres Wunder. Mit fucking guten Beats und verrückten Dj’s lassen wir es alchemistisch crashn!!

15.02., 22 Uhr

Gefördert von der Alfred Töpfer Stiftung.