Programm 2014

Baba Zula

Baba Zula, Krass 2014

 MUSIK 

14.02.2014, 22 Uhr, K6

»Hypnotisch, psychedelisch, betörend!« – so der Berliner Tagesspiegel über den letzten Gig der türkischen Vorzeigeband BABA ZULA. In Deutschland wurden die Istanbuler mit der Filmmusik zu Fatih Akins »Crossing The Bridge« bekannt. Bei ihren einzigartigen Live-Shows verbinden Murat Ertel, Levent Akman und Cosar Kamci Sound, Bauchtanz, Dichtung, Theaterelemente und Live-Painting zu einem audio-visuellen Sinnesspektakel. Traditionelle orientalische Instrumente und uralte schamanistische Traditionen treffen auf 60er-Jahre-Psychedelic, elektronische Elemente und Dub-Effekte. Als Unterstützer der Gezi-Park-Proteste setzen BABA ZULA ihre Popularität ein und stellen sich gegen die konservative Politik Erdogans.

Vorprogramm: Fatma Aydin & EDA AND

Die freiberufliche Ethno-Jazz Sängerin Fatma Aydin hat sich die letzten zehn Jahre der East-West-Soulfusion, wie sie es nennt, gewidmet. Heraus kommen interessante live Jam’s, gekonnte Kompositionen und verschiedene weltmusikalische Sounds mit den unterschiedlichsten Instrumenten und Musikern. In Ihrem neuesten Projekt „Tradition meet’s Klassik“ arbeitet Sie eng mit der Pianistin und Komponistin Eda And zusammen.

Enzo. Meets Kick-Ass-Queereeoké

Enzo.Meets Kick-Ass-Queereeoké, © Peter Hönnemann

 MUSIK 

15.02.2014, 21 Uhr, KMH

What a feeling! Nach drei langen Monaten Winterpause sind unsere
liebsten Drama-Queens zurück auf der Bühne! Kick-Ass-Queereeoké
is back! Unmengen von Liebe und Glitzer liegen in der Luft zum Einatmen
und wieder Rausschmettern – von innen und außen funkeln
lautet die Devise für wahre Star- und Stage-Qualitäten. Den Kick-Off
gibt diesmal Hamburgs famoser Elektro-Pop-Nachwuchs mit Herz –
ENZO. Im Video zu seiner ersten Single »Relax« macht er Madonnas
Voguing Konkurrenz, mit seiner gelungenen Mischung aus 80s-Synthies
und fetten Beats schafft er die perfekte Grundlage für ein Publikum
voller »Dancing Queens«.

Geometry of Dance Vol.1: Krass Urban Dance Battle

Geometry of Dance, Krass 2014

 INTERAKTIV 

15.02.2014, 14 Uhr, Foyer

Im Urban Dance gibt es keine Regeln, keine Technik, keine Grenzen. Es ist Street-Kultur pur: Alle teilen etwas Gemeinsames – die Körper sind tanzgesteuerte Musikmaschinen. Im KRASS Urban Dance Battle treten Hip Hop und Breakdance-Teams in Dreierbesetzung im Freestyle gegeneinander an. Eine professionelle Jury wird per K.O.-System das beste Team auswählen.

Organisation: Borys Shevchenko, Nico Jutila

Everyday I’m capuling

Everyday I’m capuling Martina Priessner

 FILM 

14.02.2014, 18 Uhr, Alabama Kino

Die Filmemacherin Martina Priessner lebt zwischen Berlin und Istanbul und ist Istanbul-Expertin. Sie lässt in ihrem Film EVERYDAY I AM CAPULING die Ereignisse vom Sommer Revue passieren. Dabei nutzt sie ausschließlich Found-Footage Material, das zahlreiche Aktivisten ins Netz stellten. Der Film vermittelt Einblicke in die Vielfalt der Protestbewegung, ihre Brüche und Widersprüche. Die Regisseurin führt nach dem Film ein Publikumsgespräch zur wirklichen Dimension von Gezi. Die Musiker der türkischen Band BABA ZULA unterstützten die Demonstranten von der ersten Stunde an und sind selbst Protagonisten des Protests. Während des Publikumsgespräches berichten sie auch von ihren Erlebnissen.

Ein Film von Martina Priessner.

Time and Space

Gabriel Canda, Krass 2014

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

13.02.2014, 21 Uhr [Premiere] & 14.02.2014, 21 Uhr, K1

Der Körper ist Geschichte. In diesem Fall: die jüngere Historie Mosambiks. Im Leib und Tanz des afrikanischen Künstlers Panaibra Gabriel Canda spiegeln sich die Zerrissenheit des Landes, der Biografi en, der Sehnsüchte – sichtbar gemacht mit minimalen, eindringlichen Gesten. Seit der Unabhängigkeit von Portugal 1975 hat Mosambik fortwährend Verwerfungen erlebt, politische, soziale und emotionale. Die sind unter die Haut gegangen. Panaibra Gabriel Canda unternimmt eine tänzerische Selbstbefragung. Er bewegt sich zwischen Afrika und Europa, zwischen den Extremen und Zeiten: Gestern Kolonialismus, Nationalismus, Kommunismus und Militarismus. Heute fragile Demokratie und Suche nach individueller Freiheit. Begleitet wird der Soloperformer von dem fantastischen Gitarristen Jorge Domingos, der Marrabenta spielt, eine Musik, die in den 50er Jahren aus afrikanischen und europäischen Einflüssen entstanden ist. 1998 gründete Panaibra Gabriel Canda CulturArte in Maputo, das wahrscheinlich erste und einzige Produktionsstudio für zeitgenössischen Tanz in Mosambik. Als künstlerischer Leiter und Choreograf widmet er sich dort sehr erfolgreich dem Aufbau der regionalen Tanzszene.

Choreografie: Panaibra Gabriel Canda, Musik: Jorge Domingos, Text: Panaibra Gabriel Canda, Lichtdesign: Myers Godwin, Lichttechnik: Aude Dierkens, Kostüme: Mama Africa & Lucia Pinto, Administration: Jeremias Canda, Requisite: Gonçalo Mabunda

Portugiesisch mit englischen und deutschen Übertiteln.

Eine Produktion von CulturArte, koproduziert von Sylt Quelle Cultural Award for Southern Africa 2009 in Kooperation mit dem Goethe Institut Johannesburg. Unterstützt durch Kunstenfestivaldesarts, Bates Festival, Panorama Festival, VSArtsNM.

Ghetto Akademie / Inner Rise: Mädchen gesucht!

Ghetto Akademie / Inner Rise: Mädchen gesucht!

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

13./14.02.2014, 19.30 Uhr, P1

Im neuen Projekt der Wilhelmsburger Ghettoakademie untersucht die Performance-Boy-Group »Inner Rise« ihr Verhältnis zum weiblichen Geschlecht. Sie wollen Mädchen in der Gruppe haben, aber es müssen eben auch die richtigen Mädchen sein. Auf keinen Fall so ’ne Ghettobräute, und auf gar keinen Fall welche aus Wilhelmsburg. Auf keinen Fall Suff-Weiber. Also was für Mädchen? Und wie kommt man an sie ran? Die Hamburger Künstlerin Katharina Oberlik initiiert und begleitet den Forschungsprozess der jungen Gruppe.

Künstlerische Leitung: Katharina Oberlik, Janna Wieland Videogestaltung: Jonas Kolenc

mit INNER RISE: Boracem Celik, Faissal Ahmadzay, Gurdeep Singh, Kerem Yavuz, Mandeep Singh, Michael Stein, Souleymane Diallo

Cleaning, Babysitter, I help in house, 7 Euro!

God's Entertainment: Cleaning, Babysitter, I help in house, 7 Euro!

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

12.–15.02.2014, 20 Uhr, k2

»Scheißegal was für ein Job, ich mache alles« – das Einzige, was Ilja anbieten kann, ist die Kraft seines Körpers. Seine Arme zum Heben, seinen Rücken zum Schleppen, seine Hände zum Spülen. In Anlehnung an »Katzelmacher« verhandelt das Wiener Kollektiv God’s Entertainment Figur und soziale Situation des Gastarbeiters. Die Ängste, die Fassbinder in seinem Film anspricht, sind rund 45 Jahre später dieselben. An die Stelle von Werktätigen aus Italien und der Türkei sind die illegalen Einwanderer getreten. Europa, das ehemalige Versprechen des Wohlstands, ist längst zur Festung geworden, der Arbeitsmarkt der Nicht-Elite ist umkämpft. Wie auf dem Arbeiterstrich um 6 Uhr morgens, wird ab 20 Uhr abends zu Stückbeginn die Arbeit angeboten, der Preis verhandelt, bis der Job erledigt und bezahlt ist. Kampnagel wird zum Ort der (Ver)handlung zwischen den Arbeitern vom illegalen Markt und seinen Besuchern. Am nächsten Tag geht die Suche nach Verdienstmöglichkeiten weiter. Wer dann an der Reihe ist, bleibt ungewiss, denn in seinem Lohn unterbietet der Pole den Deutschen, der Ukrainer den Polen und der Rumäne den Ukrainer.

Von und mit: God’s Entertainment

Eine Produktion von God’s Entertainment in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer. Gefördert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit der freundlichen Unterstützung von Broterbe Gaues.