Mark Terkessidis – Wessen ­Erinnerung zählt? Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute

KRASS-Kultur-Crash-Festival-Hamburg-2021Mark-Terkessidis_Foto-Andreas-Langen

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

DO 13.05.2021, 19 Uhr, Livestream (ab 20 Uhr Talk mit Aladin El-Mafaalani im Livestream)

Über den deutschen Kolonialismus wird in den letzten Jahren heftig diskutiert. Straßennamen, Denkmäler, die Sammlung von Museen, Geschichtsunterricht – vieles steht dieser Tage auf dem Prüfstand. Dass die Kolonialperiode in afrikanischen Ländern in die Erinnerung zurückkehrt, ist zweifellos erfreulich, aber sollte in der „postkolonialen“ Sichtweise nicht auch das deutsche Eroberungsstreben in Richtung Osten eine Rolle spielen?

150 Jahren waren hauptsächlich polnisch sprachige Gebiete von Preußen oder dem Deutschen Reich besetzt – warum nennen wir das nicht Kolonialismus? Und was bedeutet das für unseren Rassismusbegriff, der zunehmend nur noch in den Kategorien von „weiß“ und „schwarz“ funktioniert? Der lange Schatten der deutschen „Kulturmission“ findet sich heute in vielen Phänomenen – im Umgang mit der „Schuldenkrise“, mit Migration und Flucht und im alltäglichen Rassismus.

Mark Terkessidis ist Journalist, Autor, Migrationsforscher und einer der Intellektuellen, die Blick und Perspektive immer wieder aufs Neue herausfordern.