Kategorie: Theater / Performance / Tanz

Escape the Room: Fight the Power

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 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

DO 08.10.2020, 20 Uhr, FR 09.–SA 10.10.2020, 18 & 20 Uhr, K2

Regisseurin Mable Preach und ­Dramaturg Nikola Durić entwickeln mit jungen Hamburger*innen ein Theaterexperiment gegen Rassismus und Diskriminierung: einen Escape Room. Interaktive Versuchsanordnungen und Realitätssimulationen entführen die Zuschauer in ein Parallel­universum der (Ohn)Macht. Wo ­beginnen Stereotypen und wann werden sie gefährlich? Wie wird aus Unterdrückung Rebellion? Es geht um die Umordnung von Machtverhältnissen und radikale Perspektivwechsel. Escape The Room ist ein Erlebnisraum, in dem es notwendig ist, sich selbst zu positionieren und Haltung zu beziehen.

Interaktive Performance-Installation mit Hamburger Schüler*innen

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Gefördert vom Fonds Sozio Kultur

Michel Abdollahi – Ein Migrant bleibt ein Migrant bleibt ein Migrant

Krass-Festival-2020_Michel-Abdollahi-Foto-Max-Baier-&-Arian-Henning

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

SA 10.10.2020, 18 Uhr, K6

Mit seinem neuen Buch »Deutschland schafft mich – Als ich erfuhr, dass ich doch kein Deutscher bin. Von Deutschlands »Super-Vorzeige-Migranten« zum Hassobjekt der Rechten« hat Michel Abdollahi einen Bestseller geschrieben, der heftige Reaktionen hervorgerufen hat.

Michel Abdollahi ist ein echter »Hamburger Jung« – so dachte er jedenfalls von sich. Bis die AfD in die Parlamente einzog und die gesellschaftliche Debatte radikal veränderte. Auf einmal sind Menschen mit schwarzen Haaren »Vergewaltiger« und »Kopftuchmädchen«, jeder Muslim ein »Bombenleger«. Zu Abdollahis Entsetzen werden solche Aussagen auch noch von einem Großteil der Medien und der demokratischen Parteien diskutiert, was erst recht dazu führt, dass sich der Hass voll entlädt. Michel Abdollahi erzählt davon, wie ihn sein deutscher Pass und seine scheinbar vorbildliche Integration heute nicht mehr vor rassistischen Übergriffen und Beleidigungen bewahren, zeigt aber auch, dass Aufgeben keine Option ist.

In seiner Performance spricht er über die Wucht der Reaktionen auf sein Buch – auf der einen Seite die Beleidigungen und Kritiken, mit denen er sich konfrontiert sieht, auf der anderen Seite über die Stimmen von Opfern rassistischer Gewalt und Beschimpfung, die sich an ihn wenden, um ihre Geschichten zu erzählen.

Ein Abend über den Hass als politisches Instrument und die Radikalisierung einer Gesellschaft.

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Infarkt Global #2: Denkmal und Denkmäler

Krass Kultur Crash Festival 2020, Krisen-Edition, Kampnagel, Branco Simic

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

SA 10.10.2020, 20 Uhr, k6

Mit dem Bewusstsein, dass jede globale Krise auch Umdenken und Rekonstruktion der Werte bedeutet, bittet Infarkt Global #2 um das Überdenken der Welt und widmet sich den Denkmälern.

Verwahrloste sozialistische Denkmäler treffen auf in Frage gestellte Symbole des kolonialen westlichen Erbes. Es ist eine Begegnung der Geister der Vergangenheit, die über die Zukunft richten.

Welche Mythen und Monumente bleiben? Welche werden gesprengt oder umgekippt? Und wer endet ohne Kopf, ohne Gewehr oder ohne Schwert? Steinerne Symbole werden zu Luftgestalten, die sich den Fragen der Gegenwart stellen müssen. So schließt sich der Kreis des KRASS Festivals 2020 mit einer Widmung aus der Vergangenheit an die Zukunft: Die Erde ist rund, damit ihr zementierte Vorstellungen den Buckel runter rutschen können.

 

Eintritt frei

Die Performance wird musikalisch begleitet von der Künstlerin und Musikerin Leyla Yenirce. Sie verbindet ihre elektroakustischen Forschungen mit experimenteller Musik und politisch aktuellen Fragen.

Im Anschluss DJ Set mit DJ Mune Ra im Peacetanbul.

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Infarkt Global: Wenn die Menschen gehen, kommen die Denkmäler

Krass Kultur Crash Festival 2020, Krisen-Edition, Kampnagel, Branco Simic

 LIVE STREAM 

07.05., 19 Uhr, YouTube

Der Bergarbeiter von Husino/Husinski Rudar: Vor hundert Jahren ist er in einen Kampf gegangen für die elementaren Arbeiter- und Menschenrechte, Würde, Solidarität.

Heute am Vorabend des 75. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus hält er eine Rede für alle Europäer*innen: „Ich habe das Recht davon zu reden, weil ich ewig bin. Meine Vergangenheit, meine tiefe Vergangenheit ist die, die die vor euch steht. Meine Vergangenheit ist eure Zukunft. Ihr werdet für eure Armen, Hungrigen, Rechtelosen kämpfen müssen oder es wird euch nicht mehr geben.“

Von und mit: Branko Simic, Nikola Djuric, We are Visual, Bernadette La Hengst und Band, Vernesa Berbo

Tendaguru Museum

Krass-Festival-2019_Nikolai-Nelles

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

SA 13.04.2019, 19 Uhr, 19.30 Uhr, 20 Uhr, 20.30 Uhr, P1

Zwischen Multi-Media und bildender Kunst arbeitet Jan Nikolai Nelles daran, durch künstlerische Praxis und Aktivismus neokoloniale Machtstrukturen und hegemoniale Repräsentationsmechanismen zu entmachten. Für KRASS entwickelt er eine Performance über den kolonialen Raubzug der Europäer und die Schwierigkeit, zurück zu geben, was einem nie gehört hat. Ausgangspunkt für TENDAGURU MUSEUM ist die Zeit des Maji-Maji-Aufstandes, das blutigste Gemetzel der deutschen Truppen von 1905 bis 1907 im heutigen Tansania. Die Deutschen transportierten damals Schiffsladungen an Köpfen und Dinosaurier-Fossilen nach Hamburg.

The man who did not see the whale pass by

Krass-Festival-2019_Panaibra-Gabriel-Canda

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

FR–SA, 12.–13.04.2019, 20 Uhr, K2, (Weltpremiere

Inspiriert von den Autoren Janusz Korczak und Fernando Pessoa beschäftigt sich der mosambikanische Choreograf und Tänzer Panaibra Gabriel Canda mit den unterschiedlichen Welten und Sichtweisen von Erwachsenen, Kindern sowie verlorenen oder verschütteten Utopien. Canda, einer der bedeutendsten Choreografen Afrikas, war bereits zweimal zu Gast auf Kampnagel – mit TIME AND SPACES und POINT OF INTERSECTION.

Es gibt eine Verbindung zwischen mir und dem anderen Ich, wie das Wurmloch, das das Teufelsmeer mit dem Bermuda Dreieck verbindet. Eine Verbindung zwischen dem Ich, dem Auge der Kamera und dem projizierten Bild. Es steht für unsere Gesellschaft, in der zwischen dem Ich und der Erwartung der Anderen eine Spannung besteht, die manchmal die Projektion eines weiteren Ich erzwingt. Aber was ist dieses andere Ich? Es besteht ein Missverständnis zwischen dem rationalen Denken des Menschen und seiner Irrationalität:  ein stummer Schrei, der die Menge anspricht, ein blinder Blick, der eine Landschaft sieht, eine verstümmelte Bewegung, die in die Leere greift, ein geruchloser Geruch, der die Umgebung erstickt, ein geschmackloser Geschmack, der auf der Zunge sticht; ein Geist, der das Unterbewusstsein eines Bewusstseins bewohnt, das demokratische Diktaturen billigt, indem es sich in der Trägheit einer vermeintlichen Freiheit eines Lebens in Stillstand einrichtet. Dies ist der Mann vom Meer, der den Wal nicht vorbeiziehen sah, die Walgesänge nicht hörte, das Salz des Wassers nicht spürte geschweige denn die Bewegung der Welle. Dieser Mann lebt hier, in dieser Welt, in der sich Helden in Schurken verwandeln, Befreier in Ausbeuter, Ideologien in Glauben, Religion in Politik, Kriege in Geschäfte, Regierungen in Unterdrücker, Grenzen in Mauern, Sicherheiten in Unsicherheiten. Ja, hier ist der Mann, der die Erde verseucht, um auf dem Mond zu leben – ohne Schwerkraft oder Sauerstoff. Willkommen! (Panaibra Gabriel Canda)

Konzept, Choreografie, Performance: Panaibra Gabriel Canda, Technische Leitung: Caldino José Alberto, Video: Noam Gorbat, Int. Distribution: Plan B Hamburg / Carmen Mehnert & Anne Schmidt

Eine Produktion von Panaibra Gabriel Canda/CulturArte.

A.D.S.D.A. Assimilier dich selbst, du Affe!

Mable Preach

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

FR 05.04.–SA 06.04.2019, 19.30 Uhr, K2, Uraufführung
SO 07.04.2019, 18 Uhr, K2

ASSIMILIER DICH SELBST, DU AFFE! ist ein transkulturelles Performanceprojekt mit achtzehn jungen Hamburger*innen diverser Vorder- und Hintergründe. Die Performer*innen entwerfen in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Mable Preach und der Choreografin Sarah Lasaki eine Neudefinition des Begriffes der Assimilation auf Grundlage von Kafka‘s „Ein Bericht für eine Akademie“, persönlichen Anekdoten und popkulturellen Referenzen. Sie stellen die einseitige Dynamik von gesellschaftlicher Anpassung infrage und erforschen Selbstverortung als (Über-)Lebensstrategie. Zuletzt begeisterte Preachs Projekt ICH.DU.WIR.SUPAHELDEN, ebenfalls im Rahmen des Festivals KRASS, mit starken Positionen gegen Rassismus.

Regie: Mable Preach, Choreografie: Sarah Lasaki,
Bühne: Krystina Piatak, Kostüm: Lidia Araba,
Produktionsassistenz: Isabelle Wapnitz, Illustration: Lale Löbel

Gefördert von der Bürgerstiftung Hamburg, Fonds Soziokultur, Bezirksamt Hamburg-Nord, Aktion Mensch