Programm Theater / Performance / Tanz

Abgrund – Ich bin ein alchemistisches Produkt

Branco Šimić Abgrund Krass Festival 2014

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

05.–08.02.2014, 20 Uhr, K1

»Wenn wir nicht den Preis zahlen, den es kostet, die Welt zu verändern, dann wird sich die Welt auf ihre Weise ändern.«

Etel Adnan Die neue Regiearbeit des KRASS-Festivalkurators Branko Šimić ist inspiriert von Werk und Weltanschauung der libanesischen Künstlerin Etel Adnan. In ihrem Werk vereint sie die Widersprüche dieser Welt und setzt sie in komplexe Beziehungen. ABGRUND begreift das Leben im Exil als einen Faktor der Erkenntnis, als eine Möglichkeit, die chaotisierte Welt wenigstens in der Fantasie in Ordnung zu bringen und zu harmonisieren. Das Stück versucht eine Alternative zu entwickeln gegenüber der politischen Demagogie, einen Protest zu formulieren gegen die fatale Kombination von Nationalismus, Xenophobie, Missbrauch der Religionen und die Reduktion der Welt auf nackten Profit. Mit szenischen, musikalischen und choreografischen Elementen entsteht ein (Alb)Traum-Szenario. ABGRUND zeigt radikales, schnelles und poetisches Theater, das sich nicht mit Kompromissen zufrieden gibt.

Regie: Branko Šimić, Dramaturgie: Nikola Duric, Choreografie: Rica Blunck, Musik: Frau Kraushaar, Sascha Demand, Video: Biljana Milkov

mit: Nikola Duric, Jasmina Music, Arash Marandi, Sihan Refaie, Yvonne Krol, Azad Yesilmen, Faissal Ahmadazy, Jugendliche Sinti und Roma der Theater Gruppe „Schwarzer Zahn“

Gefördert von:

Kulturbehoerde Hamburg
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Wir – Antigone #2

Wir - Antigone #2

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

14.–15.12.2012, 20 Uhr, K1

Wofür lohnt es sich zu sterben? Für die Ehre? Die politische Überzeugung? Die Familie? Diesen Fragen muss sich auch Sophokles’ „Antigone“ stellen. Die Übertragbarkeit der Antigone-Thematik auf die heutige europäische Realität untersucht der aus dem bosnischen Tuzla stammende Regisseur Branko Simic in „Wir – Antigone#2“.

Assoziativ ziehen eine deutsche und eine bosnische Schauspielerin Parallelen zwischen dem antiken Drama und den eigenen Biografien und hinterfragen immer wieder aufs Neue die eigene Lebenswelt. Für Antigone ist es die Ehre ihres Bruders und der Widerstand gegen die von ihr empfundene Ungerechtigkeit und Willkür des Königs, für die sie zu sterben bereit ist. Als sie hört, dass der König ihrem toten Bruder das Begräbnis verweigert, beschließt sie, der drohenden Todesstrafe zum Trotz und entgegen der öffentlichen Meinung, ihren Bruder eigenmächtig zu begraben. Doch König Kreon erfährt von Antigones Tat und verurteilt sie zum Tode.

Ein bisschen mehr wie Antigone sein, für die eigenen Überzeugungen ohne Angst vor den Konsequenzen eintreten – ein Ideal, dessen Gültigkeit und Realisierbarkeit Branco Simic in seinem aktuellen Stück hinterfragt. „Wir – Antigone#2“ ist keine lineare Wiedergabe des antiken Stoffes, das Stück dient als Anlass, um das eigene Leben kritisch zu betrachten. In dem Dokumentartheater setzen sich die beiden Schauspielerinnen damit auseinander, wie viel von Antigone in jeder von ihnen steckt: Wann waren sie in ihrem Leben mutig und haben sich der Masse widersetzt? Wann nicht? Mit welchen ihrer Überzeugungen ecken sie in ihrer Gesellschaft an? Und beharren sie trotzdem auf ihrer Meinung? Wo liegen vielleicht die kulturellen Unterschiede? In der Collage aus Film und Theater treten die Frauen immer wieder aus ihren Rollen heraus, um von ihren eigenen biografischen Erfahrungen zu berichten, die eine in deutscher, die andere in bosnischer Sprache. Trotzdem versteht der Zuschauer alles, denn das Gesprochene wird simultan in Wort und Bewegung übersetzt.

Konzept und Regie: Branko Šimić, Video: Biljana Milkov, Veronique Vaveres, Dramaturgie / Konzeptuelle Mitarbeit: Claude Jansen, Musik: Damir Avidić (Diplomatz), mit Ana Francević, Jasmina Music

Eine Koproduktion von Kunstwerk e.V., Theater im Pumpenhaus Münster und FFT Düsseldorf. Gefördert vom Goethe Institut Sarajevo.

Ruff Monkeys – The way you dress it is a political statement

Ruff Monkeys

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

12.–14.12.2012, 19 Uhr, P1

Die Ruff Monkeys sind ein Projekt von Hajusom e.V. Es handelt sich um eine Hamburger Performance-Gruppe, die sich ausschließlich aus Mädchen und jungen Frauen zusammensetzt, denen man gerne das politisch korrekte Label ‚mit migrantischem Hintergrund‘ zuschreibt. Die Gruppe existiert seit 5 Jahren und wird von professionellen Künstlerinnen und Künstlern produktionsabhängig begleitet. ‚The way you dress…‘ ist die erste eigene Produktion mit dem Ziel, auf eigensinnige, charmante, humorvolle und scharfsinnige Weise das Verhältnis von Mode und Politik offen zu legen. Junge Frauen beschäftigen sich bekanntermaßen mit Mode. Umfragen zufolge streben mehr als 70% aller jungen Frauen den Beruf des ‚Models‘ an, was wiederum die hohen Einschaltquoten von Shows wie ‚Germany’s next Topmodel‘ erklärt. Da sich die Performance-Gruppe aus Mädchen zusammensetzt, die aus sehr unterschiedlichen kulturellen, religiösen und sozialen Zusammenhängen kommen, sind die Positionen dazu ebenfalls sehr divergent und liefern viel Stoff für Diskussionen, die es Wert sind, künstlerisch umgesetzt zu werden.

Leitung: Claude Jansen und Mable Preach, Video: Biljana Milkov, Produktion: Julia zur Lippe

Darstellerinnen: Akua Anima, Amel Amin, Bengisu Ygit, Jesseline Preach, Jessica Malc, Karina Mestechkina, Natalie Pizon, Sara Morales, Svea Tiedemann und Gäste

Gefördert von: Robert Bosch Stiftung, Hamburgerische Kulturstiftung, Elisabeth Kleber Stiftung, Kurverwaltung St. Pauli

Schnee

Schnee, Hakan Savas Mican, Krass 2012

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

07.–08.12.2012, 20 Uhr, K2

„Du warst noch nie in Karsberg? Doch, du kommst sogar daher. Und jedes Mal, wenn der Schnee fällt, hoffst du, dass er das Elend und den Schmutz deiner sterbenden Stadt unter sich verdecken und die stille Unschuld der Kindheit wiedererwecken wird. Früher waren wir hier alle Brüder. Heute ist jeder ärmer und stolzer als früher. Die Islamisten gehen von Tür zu Tür. Sie sagen, dass diese Armut, dieses Elend, die über uns gekommen sind, daher rühren, dass wir vom Wege Gottes abgewichen sind. Der andauernde Schneefall ist, wie Orhan Pamuk sagt, eine ermüdende, nervtötende Angelegenheit.“ (Schnee)

Das frei nach Motiven des gleichnamigen Romans von Orhan Pamuk entwickelte Stück von Hakan Savaş Mican transponiert die Geschichte in die deutsche Gegenwart und setzt sich mit den brennenden Fragen unserer Zeit mit den Mitteln des türkischen Romanciers auseinander. Geschickt bildet er so ein Relief zwischen den gesellschaftspolitischen Umständen, dem allerorten erlebbaren Drama einer Liebesgeschichte und den mannigfaltigen Situationen, die das eine mit dem anderen verbinden.

Hakan Savaş Mican kam 1997 nach Berlin, studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie und schreibt und inszeniert regelmäßig fürs Ballhaus Naunynstraße.

Von: Hakan Savaş Mican, Stückfassung: Hakan Savaş Mican und Oliver Kontny, Bühne und Kostüm: Lea Walloschke, Licht: Hans Leser, Musik Turgay Ayaydınlı, Dramturgie Irina Szodruch, Produktionsleitung: Kathi Bonjour, Regieassistenz: Paulina Papenfuß

Mit: Godehard Giese, Nora Rim Abdel-Maksou, Sesede Terziyan, Aleksandar Tesla, Mehmet Yılmaz

Gefördert von: Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung

Eine Produktion von Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Basierend auf dem Buch: KAR von Orhan Pamuk, Copyright © 2002, İletişim Yayıncılık S.A. Alle Rechte vorbehalten.

Ghetto Blaster

KRASS Festival 2012: Branko Šimić: Ghetto Blaster

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

05.12.2012, 24H, K1

„Jetzt spreche ich!“: Junge Hamburger erzählen vom Innenleben der Ghettos, in denen sie leben. Ihre Geschichten sind voller Sprengkraft, Energie und Poesie. Sie sprechen vom Erwachsenwerden am Rand der Gesellschaft, von Ausgrenzung, Stolz und Mut. GHETTO BLASTER ist eine Collage aus explosivem Tanz, lauter Musik und dokumentarischer Spurensuche. Das Projekt sucht nach dem Unsichtbaren und stellt es ins Scheinwerferlicht. Die Underdogs sind Protagonisten ihrer eigenen Geschichten: sie verhandeln Rassismus, Leistungsdruck durch ökonomische Systeme, die Lebensrealität im Abseits und eine mögliche Versöhnung mit der Gesellschaft. Ihre Antworten öffnen einen Raum jenseits des Problems: in mitreißenden Choreografien und ehrlichen Berichten finden sie Wege einer freien Artikulation.

Ghetto Blaster sieht hin, wo sonst niemand hinsieht: Das Lokale ist die Miniatur des Globalen. „Wir sind viele, wir gehen über Grenzen und wir wollen es um jeden Preis: Wir wollen Arbeit, Urlaub, Liebe, Sex. Die Verhältnisse werden gerüttelt und geschüttelt. Wir sind Gespenst und Alptraum. Wer Flexibilität und Mobilität predigt, sollte sich nicht wundern, wenn Kanaken die Chance wahrnehmen und Mobilität zum Maßstab ihres Lebens machen.“ (Nikola Duric)

Vor der Vorstellung GHETTO BLASTER zeigt Dorothee de Place ihre 15-minütige Performance ONLY TIME., die im Rahmen des Jugend Festivals »Unart« 2012 am Thalia Theater entstanden ist.

Regie: Branko Simic, Texte/konzeptionelle Mitarbeit Nikola Duric, Choreografie AnDy Dorawa, Video Biljana Milkov, Video Game Christian Braun, Martin Niestyo, Valentin Franke, Sebastian Prostedter, Assistenz Ilhana Verem, Jasmina Music, Darsteller Sihan Refaie, Yvonne Krol, Azad Yesilmen, Borys Shevchenko, Nico Jutila, Arash Marandi

Ghetto Blaster

Ghetto Blaster, Krass 2012

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

05.–07.12.2012, 20 Uhr, K1

„Jetzt spreche ich!“: Junge Hamburger erzählen vom Innenleben der Ghettos, in denen sie leben. Ihre Geschichten sind voller Sprengkraft, Energie und Poesie. Sie sprechen vom Erwachsenwerden am Rand der Gesellschaft, von Ausgrenzung, Stolz und Mut. GHETTO BLASTER ist eine Collage aus explosivem Tanz, lauter Musik und dokumentarischer Spurensuche. Das Projekt sucht nach dem Unsichtbaren und stellt es ins Scheinwerferlicht. Die Underdogs sind Protagonisten ihrer eigenen Geschichten: sie verhandeln Rassismus, Leistungsdruck durch ökonomische Systeme, die Lebensrealität im Abseits und eine mögliche Versöhnung mit der Gesellschaft. Ihre Antworten öffnen einen Raum jenseits des Problems: in mitreißenden Choreografien und ehrlichen Berichten finden sie Wege einer freien Artikulation.

Ghetto Blaster sieht hin, wo sonst niemand hinsieht: Das Lokale ist die Miniatur des Globalen. „Wir sind viele, wir gehen über Grenzen und wir wollen es um jeden Preis: Wir wollen Arbeit, Urlaub, Liebe, Sex. Die Verhältnisse werden gerüttelt und geschüttelt. Wir sind Gespenst und Alptraum. Wer Flexibilität und Mobilität predigt, sollte sich nicht wundern, wenn Kanaken die Chance wahrnehmen und Mobilität zum Maßstab ihres Lebens machen.“ (Nikola Duric)

Regie: Branko Šimić, Texte/Konzeptionelle Mitarbeit: Nikola Durić, Choreografie: AnDy Dorawa, Video: Biljana Milkov, VideoGame: Christian Braun, Martin Niestyo, Valentin Franke, Sebastian Prostedter, Assistenz: Ilhana Verem, Jasmina Music

Mit: Sihan Refaie, Yvonne Krol, Azad Yesilmen, Borys Shevchenko, Nico Jutila, Arash Marandi

Gefördert von: Fonds Soziokultur, Robert Bosch Stiftung