Programm Theater / Performance / Tanz

Roma-Protest III: (Re-)Assembly

Roma-Protest;-Selma-Selman_Mercedes-Benz

 ROMA-Protest III: (Re-)Assembly 

Der 08. April ist der Internationale Roma-Tag. Zu diesem Anlass zelebriert Roma Protest III: (Re)Assembly ein vielfältiges Programm, für das Roma-Künstler*innen aus verschiedenen Ländern in Hamburg zusammenkommen. Als Versammlung (»Assembly«) erinnnert Roma Protest III formal an den Ersten Welt-Roma-­Kongress, der Anfang April 1971 in London stattfand, vor allem aber ist Roma Protest III eine Feier aktueller Kunstpositionen und Roma-Kultur.

Selma Selman – Mercedes Benz
SA 06.04.2019, 18 Uhr, Piazza

Selma Selman, geboren 1991 in Bihac, ist Roma-Aktivistin und Künstlerin und arbeitet in Europa und den USA. Ihre Arbeiten sind politisch, radikal, poetisch und immer ganz nah an ihrer eigenen Geschichte. Für KRASS zerlegt sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder – getreu der Roma-Praxis auf osteuropäischen Schrottplätzen – einen Mercedes auf der Kampnagel-Piazza und verkauft die Einzelteile an die Festivalbesucher*innen. Selma Selmans Arbeiten werden international in Museen gezeigt.

Simonida und Sandra Selimovic –
Mindj Panther Rapattack
FR, 05.04.2019, 9.30 Uhr, K4

Die Schwestern Simonida und Sandra Selimović haben 2010 den ersten feministischen, professionellen Roma-Theaterverein Romano Svato gegründet. In einer Lecture Performance und einem Rapworkshop während des Symposiums KRASSimilation stellen sie ihre Arbeit vor.

Dzoni Sichelschmidt / Vortrag
SA, 06.04.2019, 21 Uhr, KMH

Der Roma-Aktivist Dzoni Sichelschmidt ist Bürgerpreis Träger der Stadt Hamburg und Bildungsberater der Schulbehörde. Für Roma-Protest III: (Re)Assembley hält er einen Vortrag über die Position von Sinti und Roma im aktuellen Europa.

Vernesa Berbo und Eldina Suljkanovic –
»Weinen ist auch ein Lied«
SA, 06.04.2019, 21.30 Uhr, KMH

Zum internationalen Romatag präsentiert KRASS ein ganz besonderes
Konzert: Auf den Spuren der jahrhundertealten Musikgeschichte der Roma singen und erzählen die Sängerinnen Vernesa Berbo und Eldina Suljkanović von den Wunden eines Volkes und der Linderung in Melodien und Geschichten.
Die Lieder sind Heilmittel gegen den Schmerz, die Geschichten beschreiben die tausendjährige Reise der Roma, die nie endet. Wie ein altes Roma-Sprichwort sagt: »Auch runterfallen ist fliegen!«

This Monkey goes to Heaven

KRASS-Festival-2019_Image_Hawranke

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

DO 04.04.–SA 06.04.2019, 20 Uhr, K6

Die neue Inszenierung von Festivakurator Branko Šimić basiert auf der Erzählung »Ein Bericht für eine Akademie«, in welcher ein Affe aus Afrika entführt wird und in Hagenbecks Tierpark eine Ausbildung zum Varieté-Künstler erhält. Šimić transportiert diesen Text in die aktuelle gesellschaftspolitische Realität, verknüpft ihn mit dokumentarischen Elementen und konfrontiert ihn mit dem schleichenden Rassismus unserer Zeit: Was hat der Tod eines jungen Afrikaners in einer Hamburger Gefängniszelle mit Kafka zu tun?

Nach Kafkas Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“
Gewidmet René von Hof

Im Anschluss DJ-Set mit DJ Mune_Ra

Darsteller: Arash Marandi, Manuel Muerte, Abou Jabbi, Tanz: Bad Attitude, Regie: Branko Šimić, Dramaturgie /Text: Nikola Durić, Video: Marat Burnashev, Bora Cem Celik, Bühnenbild: Ute Radler, Kostüm: Ines Barić, Regieassistenz: Ulrike von Gawlowski

Der Fluch [Klątwa]

Krass Festival 2018_Oliver Frljic_Der Fluch [Klątwa]_Foto Magda Hueckel_#02

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

Sa 12.05.2018, 20 Uhr, K1

Die Premiere der Inszenierung am Warschauer Teatr Powszechny hat einen politischen Skandal ausgelöst und international für Aufsehen gesorgt. Nun ist sie in Hamburg zu sehen: Der kroatische Ausnahme-Regisseur Oliver Frljić entführt das Publikum in ein Land, in dem keiner leben will, keiner leben kann. Ein Land, in dem religiöser Eifer und fremdenfeindlicher Wahn Alltag sind. Die Inszenierung basiert auf Stanisław Wyspiańskis Drama »Der Fluch« (1899), das die realen Ereignisse in Gręboszów beschreibt: Eine Frau wird vom Priester des Dorfes schwanger, daraufhin von der Gemeinschaft ausgegrenzt und gesteinigt. In drastischen und radikalen Bildern wird die nationalistisch sexistisch totalitäre Lebensrealität im gegenwärtigen Polen angeprangert. Immer wieder wird darauf hingewiesen: »Alles was Sie sehen, ist reine Fiktion«, doch »Der Fluch« beschreibt die Gegenwart Europas parabelhaft. Zuletzt war Oliver Frljić im Rahmen des KRASS-Festivals 2017 mit UNSERE GEWALT UND EURE GEWALT zu Gast und beeindruckte das Hamburger Publikum.

Krass Festival 2018_Oliver Frljic_Der Fluch [Klątwa]_Foto Magda Hueckel_#01

Polnisch mit deutschen Übertiteln

nach: Stanisław Wyspiański

Regie: Oliver Frljić, Bühne: Małgorzata Dzik, Kostüme: Sandra Dekanić, Licht : Jacqueline Sobiszewski, Dramaturgie: Agnieszka Jakimiak, Joanna Wichowska, Goran Injac

Wem gehört die Avantgarde? Malevich Projekt Teil 2

Krass Festival 2018_Krasnaya Shpana- Wem gehört die Avantgarde? Malevich Projekt Teil 2 _#01

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

Fr 11.05. & SA 12.05.2018, 19 Uhr, K4

Aufgrund seiner Bedeutung in der Weltkunstgeschichte ist der Maler Kasimir Malevich zum wichtigsten symbolischen Element in der kulturellen Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine geworden. Instrumentalisiert zur Stärkung des Nationalstaats wird seine Figur zum Kampfplatz für die Aushandlung nationaler Identitäten und kultureller Entwicklungen. Die Kooperative für künstlerische Forschung »Krasnaya Shpana« (dt: Rotes Pack) untersucht am Beispiel Malevichs die politischen Mechanismen, die hinter den aktuellen Avantgarde-Debatten stehen. Die drei Gruppenmitglieder Alexey Markin, Olga Shirokostup und Illia Yakovenko wohnen in Hamburg, Moskau und Kiew und haben zu ihrem MALEVICH-PROJEKT eine Arbeits- und Forschungsgruppe gegründet, mit interessierten Mitgliedern aus den postsowjetischen Communities Hamburgs. Ziel ist es, einen produktiven Dialog und Austausch zu beginnen. Nach dem ersten Teil des MALEVICH-PROJEKTS im Februar folgt jetzt der zweite Teil: Im Rahmen des KRASS-Festivals wird Krasnaya Shpana einen Vortrag halten und die performative Installation »Ein Flughafen namens Malevich« im Kampnagel-Garten aufbauen.

Gefördert im Rahmen von Szenenwechsel, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts.

The Impossible Vastness

Krass Festival 2018_Franu von Strolche_Christian Winkler_The Impossible Vastness_Foto Wolfgang Rappel

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

Sa 05.05.– So 06.05.2018, 19 Uhr, P1

Im Sommer 2017 reiste der in der historischen Bukowina aufgewachsene Regisseur Franz von Strolchen von Griechenland über Mazedonien, Serbien und Ungarn bis nach Wien, um die ehemalige Balkanflüchtlingsroute in der Zeit nach »Flüchtlingsströmen« zu befahren und aus neuer Perspektive zu betrachten. Gemeinsam mit einem Filmteam entwickelt er ein Drehbuch zu einem fiktiven Roadmovie, in dem drei junge Frauen ein verlassenes und menschenleeres Europa durchqueren. Von Strolchens Drehbuch ist Ausgangspunkt einer Performance, in der Dokumentarisches und Fiktives nicht mehr zu unterscheiden sind: Es entsteht eine mitreißende immersive Performance zwischen Film und Theater, zwischen dem Filmteam und den drei Performerinnen aus Mazedonien, Ungarn und Deutschland, irgendwo zwischen Europa und Hollywood. Die poetische und philosophische Reise in die europäische Landschaft und zu deren Bewohnern erzählt davon, wie Grenzen entstehen und verschwinden, wie Identitäten sich formen und ineinander verschmelzen.

In englischer, deutscher, mazedonischer, italienischer, und ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Regie: Franz von Strolchen, Recherche, Text: Christian Winkler, Recherche, Dramaturgie: Gábor Thury, Bühne, Kostüme: Andrea Cozzi, Video, musik: Simon Janssen, Regieassistenz: Julia Herrgesell

Mit: Natasa Stork, Natalija Teodosieva, Alina Weber

Eine Franz von Strolchen Produktion mit Unterstützung der Hamburgischen Kulturstiftung, Land Steiermark Kultur (Open Call 2017), Kulturamt Stadt Graz, Bundeskanzleramt Österreich, in Kooperation mit Theater am Lend Graz, Tráfo Theater Budapest, MKC Skopje.

Protest Portraits

Krass Festival 2018_Branko Simic_Protest Portrais_Foto Mario Ilic_#01

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

Do 03.05.–SA 05.05.2018, 20 Uhr, K2 [Uraufführung]

Die neue Arbeit des Regisseurs und Festivalkurators Branko Šimić skizziert drei Künstlerpersönlichkeiten, die aufgrund ihrer künstlerischen Positionen bedroht und verfolgt wurden und ihre Heimatländer verlassen mussten: den kroatischen Regisseur Oliver Frljic, den iranischen Musiker Shahin Najafi und die Pussy Riot Aktivistin Mascha Alechina – alle drei sind auch im Festivalprogramm vertreten. PROTEST PORTRAITS verhandelt anhand der drei Portraits den individuellen und künstlerischen Protest: gegen das System, gegen religiöse Moralvorstellungen, gegen eigene Grenzen, gegen Normen oder politischen Zeitgeist. Wie weit kann Kunst als Mittel des Widerstands in gesellschaftspolitische Prozesse eingreifen? Was können künstlerische Protestaktionen erreichen und wo ist die Grenze ihrer Wirksamkeit? Ein postdokumentarischer Theaterabend für die Freiheit der Kunst.

Regie: Branko Šimić, Dramaturgie: Nikola Duric, Video: Marat Burnashev, Kostüme: Ines Balić, Bühne: Ute Radler

Mit: Arash Marandi, Tina Keserovic, Janina Rudenska

Gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg und Interkultur

Carla Del Ponte trinkt in Pristina einen Vanilla Chai Latte

Krass Festival 2017_Jochen Roller Jeton Neziraj_Foto Artan Korenica#1

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

Sa 29.04.– So 30.04.2017, 19.30 Uhr, P1 [Premiere]

Die ehemalige UN-Chefanklägerin Carla del Ponte fährt in den Kosovo, um dort nach illegalen Organhändlern zu fahnden. In einem Starbucks Café in Pristina stellt sie überrascht fest, dass der Vanilla Chai Latte dort ganz wie in West-Europa schmeckt. Diese fiktive Anekdote löst eine Tirade aus – über den gescheiterten Liberalismus der alten europäischen Demokratien, die Anziehungskraft des westlichen Kapitalismus und die Überlegenheit von Schweizer Taschenmessern. Choreograf Jochen Roller setzt in dieser deutsch-kosovarischen Produktion den Text von Jeton Neziraj als getanzte Propaganda über die Verführungskunst der Ideologie in Bewegung, gemeinsam mit fünf kosovarischen Schauspielerinnen, die den englischen Text in einer rasanten Choreografie jonglieren. CARLA DEL PONTE TRINKT IN PRISTINA EINEN VANILLA CHAI LATTE ist ein Verwirrspiel mit ständig wechselnden Perspektiven und widersprüchlichen Haltungen – schnell, tragisch und komisch.

Text: Jeton Neziraj, Inszenierung: Jochen Roller, Kostüme: Sebastian Ellrich, Licht: Marek Lamprecht, Denis Berisha, Spiel: Donikë Ahmeti, Vjosa Abazi, Agnes Nokshiqi, Alketa Sylaj, Lyra Xhoci

Eine Produktion von FFT Düsseldorf, Quendra Multimedia Pristina in Koproduktion mit dem Goethe-Institut Belgrad.

Gefördert im Rahmen von Szenenwechsel, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts sowie durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktionsförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestag.