Programm 2018

Vernesa Berbo and the Balkan Boys

Krass Festival 2017_Vernesa Berbo und die Balkan Boys_Foto Vernesa Berbo

 MUSIK 

Fr 11.05.2018, 21.30 Uhr, KMH

Drei Musiker aus dem Thüringer Balkanwald treffen auf die Schauspielerin und Sängerin Vernesa Berbo. Zusammen besingen sie Liebe, Mut, Schönheit und die Sehnsucht nach dem Nirgendwo. Balkan Jazz, Soul und Folk – diese musikalische Erfolgsgeschichte verzückt schon länger das Publikum am Maxim Gorki Theater in Berlin und steht nun schon zum zweiten Mal auf der KRASS-Bühne.

Shahin Najafi

Krass Festival 2018_Shahin Najafi

 MUSIK 

Fr 11.05.2018, 20 Uhr, K2

Den iranischen Musiker, Dichter und Sänger Shahin Najafi hatten die Moralwächter in seinem Heimatland schon lange auf der Schwarzen Liste. 2005 floh er aus dem Iran, weil er für sein Lied »Ich habe einen Bart« zu drei Jahren Gefängnis und 100 Peitschenhieben verurteilt worden war. 2012 wurde er mit einer zweifachen Todes-Fatwa belegt. Mal singt er blueslastigen Pop, mal Rap, mal Indierock oder persischen Chanson, aber stets tief und politisch. Shahin Najafi sieht Kunst als galaktische Sprache, die verbindet. Mit seiner Musik und seinen Texten kämpft er: gegen das Mitläufertum, gegen die Vermischung von Religion und Politik und jegliche Unterdrückung, für Gleichberechtigung – und für die Freiheit.

Wem gehört die Avantgarde? Malevich Projekt Teil 2

Krass Festival 2018_Krasnaya Shpana- Wem gehört die Avantgarde? Malevich Projekt Teil 2 _#01

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

Fr 11.05. & SA 12.05.2018, 19 Uhr, K4

Aufgrund seiner Bedeutung in der Weltkunstgeschichte ist der Maler Kasimir Malevich zum wichtigsten symbolischen Element in der kulturellen Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine geworden. Instrumentalisiert zur Stärkung des Nationalstaats wird seine Figur zum Kampfplatz für die Aushandlung nationaler Identitäten und kultureller Entwicklungen. Die Kooperative für künstlerische Forschung »Krasnaya Shpana« (dt: Rotes Pack) untersucht am Beispiel Malevichs die politischen Mechanismen, die hinter den aktuellen Avantgarde-Debatten stehen. Die drei Gruppenmitglieder Alexey Markin, Olga Shirokostup und Illia Yakovenko wohnen in Hamburg, Moskau und Kiew und haben zu ihrem MALEVICH-PROJEKT eine Arbeits- und Forschungsgruppe gegründet, mit interessierten Mitgliedern aus den postsowjetischen Communities Hamburgs. Ziel ist es, einen produktiven Dialog und Austausch zu beginnen. Nach dem ersten Teil des MALEVICH-PROJEKTS im Februar folgt jetzt der zweite Teil: Im Rahmen des KRASS-Festivals wird Krasnaya Shpana einen Vortrag halten und die performative Installation »Ein Flughafen namens Malevich« im Kampnagel-Garten aufbauen.

Gefördert im Rahmen von Szenenwechsel, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts.

Wenn Gott schläft

Krass Festival 2018_Wenn Gott schläft

 FILM 

Do 10.05.2018, 18 Uhr, Alabama

In WENN GOTT SCHLÄFT porträtiert Regisseur Till Schauder den iranischen Sänger und Rapper Shahin Najafi, den er vier Jahre lang mit der Kamera begleitet hat. 2012 sorgte ein Fall für Aufsehen, über den Medien auf der ganzen Welt berichteten: Shahin Najafi veröffentlichte den satirischen Song „Naghi“, der dazu führte, dass eine Fatwa gegen ihn erlassen und sein Tod gefordert wurde. In dem Lied soll er einen der zwölf von den Schiiten verehrten Imame beleidigt haben, Ali al-Naghi. Tausende Menschen forderten Najafis Tod und ein Kopfgeld von 100.000 Dollar wurde auf ihn ausgesetzt, so dass er gezwungen war, unterzutauchen. Doch sein Leben ist auch im Exil noch immer von der Fatwa geprägt. Jedes Mal, wenn Najafi auftritt, geht er ein hohes Risiko ein. Trotzdem gibt der Musiker nicht auf, sondern kämpft mit seinen Texten, in denen er sich kritisch mit Politik, Religion und Gesellschaft im Iran auseinandersetzt, weiter für die Freiheit.

Ein Film von Till Schauder

Orchestra for Middle Eastern Music with Ruth Rosenfeld

Krass Festival 2018_Orchestra for Middle Eastern Music with Ruth Rosenfeld_Foto Dorothea Tuch_#03

 MUSIK 

Mi 09.05.2018 & Do, 10.05.2018, 19 Uhr, K2

Oum Kalthoum (1904-1975) gilt unumstritten als eine der einflussreichsten Musikerinnen der arabischen Welt des 20. Jahrhunderts. DIVA: CELEBRATING OUM KALTHOUM ist eine Ode an das Erbe dieser legendären ägyptischen Sängerin. Es ist das erste Projekt von The Wedding Orchestra for Middle Eastern Music, einer Initiative des Theatermachers Ariel Efraim Ashbel. Für ihn, der als arabischer Jude in Israel aufgewachsen ist, sind die Lieder von Oum Kalthoum eine wichtige Konstante der eigenen musikalischen Entwicklung. Das Orchester besteht aus Berliner Musiker*innen unterschiedlicher kultureller Herkunft, die jeweils eine persönliche Beziehung zur Musik von Kalthoum haben. Für DIVA: CELEBRATING OUM KALTHOUM arbeiten sie mit der Opernsängerin und Performerin Ruth Rosenfeld und Gastsänger Husam Al Ali zusammen. Gemeinsam präsentieren sie eine Auswahl von Kalthoums berühmten Stücken und gestalten damit einen so unorthodoxen wie berührenden transkulturellen Konzertabend. 

Auf der Liederliste sind »Alf Layla Wa Layla« (1001 Nacht) von Baligh Hamdi und »Enta Omri« (Du bist mein Leben), komponiert von Mohammad Abdel Wahab, die in ihrer gesamten Länge aufgeführt werden. Dazu werden Teile von »Esaal Rohak« von Mohammad Al Mouji und »Ya Msaharni« von Sayyid Makikawi gespielt. Vor dem Orchesterprojekt präsentierte Ariel Efraim Ashbel zuletzt seine Performance-Arbeiten ALL WHITE PEOPLE LOOK THE SAME TO ME (2014) und THE EMPIRE STRIKES BACK (2015) auf Kampnagel.

Idee, Konzept, Regie: Ariel Efraim Ashbel, Musikalische Leitung: Alexey Kochetkov, Visuals: Alona Rodeh, Gesang: Ruth Rosenfeld, Gastsänger: Husam Al Ali, Orchester: The Wedding Orchestra for Middle Eastern Music: Valentina Bellanova, Lee Caspi, Penelope Gkika, Hogir Göregen, Serkan Ky, Peter Kuhnsch, Lorenz Mase, Wassim Mukdad, Or Rozenfeld, Adel Sabawi, Serdar Saydan, Ahmet Tirgil, Hamza Qabbani, Sound: Guy James Cohen, Licht: Joseph Wegmann, Produktion: björn&björn, Dank an: Sirine Malas, Barbara Friedrich, Jochen Roller, Anas Aboura

Produktion von Ariel Efraim Ashbel and friends in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer, Erstproduktion im Rahmen von AUSUFERN 2016, Uferstudios Berlin.

Gefördert von Fonds Darstellende Künste e.V. Das Gastspiel ist unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder und llse und Dr. Horst Rusch-Stiftung.

Edo Maajka feat. Frenkie & DJ Soul

Krass Festival 2018_Edo Maajka feat. Frenkie & DJ Soul_Foto Nino Solic Straik Mozga

 MUSIK 

Sa 05.05.2018, 21.30 Uhr, KMH

Der Bosnier Edo Maajka gilt als einer der größten MCs des Balkans. Seinen Durchbruch erlebte er 2002 mit seinem ersten Album »Slušaj Mater« (dt.: »Hör auf deine Mutter«). Fünf Jahre lebte er in Tel Aviv, jetzt ist er mit seiner israelischen Frau und seinen zwei Töchtern nach Europa zurückgekehrt und lebt in Zagreb. In seinen Texten verarbeitet er Erfahrungen mit Themen wie Krieg, soziale Ungerechtigkeit, Nationalismus, aber auch Liebe und Hass. In Deutschland wurde er durch den Track »Bruderkrieg« mit Slick One (Selfmade Records) bekannt. Frenkie kam in den 90er Jahren als bosnischer Flüchtling nach Deutschland, wo er zum ersten Mal HipHop hörte und anfing, sich mit Graffiti zu beschäftigen und Texte zu schreiben. Nach der Rückkehr nach Bosnien trat er in der ersten bosnischen HipHop-Sendung FMJAM auf, wo er u.a. auf Edo Maajka traf. Beide wurden zu Idolen für ganze Generationen. Edo Maajka und Frenkie sind solo unterwegs, machen aber immer wieder auch zusammen Musik. DJ Soul begleitet ihre gemeinsamen energiegeladenen Auftritte, die es dem Publikum unmöglich machen, stillzustehen. Das KRASS Festival präsentiert die Crew erstmals in Hamburg.

The Impossible Vastness

Krass Festival 2018_Franu von Strolche_Christian Winkler_The Impossible Vastness_Foto Wolfgang Rappel

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

Sa 05.05.– So 06.05.2018, 19 Uhr, P1

Im Sommer 2017 reiste der in der historischen Bukowina aufgewachsene Regisseur Franz von Strolchen von Griechenland über Mazedonien, Serbien und Ungarn bis nach Wien, um die ehemalige Balkanflüchtlingsroute in der Zeit nach »Flüchtlingsströmen« zu befahren und aus neuer Perspektive zu betrachten. Gemeinsam mit einem Filmteam entwickelt er ein Drehbuch zu einem fiktiven Roadmovie, in dem drei junge Frauen ein verlassenes und menschenleeres Europa durchqueren. Von Strolchens Drehbuch ist Ausgangspunkt einer Performance, in der Dokumentarisches und Fiktives nicht mehr zu unterscheiden sind: Es entsteht eine mitreißende immersive Performance zwischen Film und Theater, zwischen dem Filmteam und den drei Performerinnen aus Mazedonien, Ungarn und Deutschland, irgendwo zwischen Europa und Hollywood. Die poetische und philosophische Reise in die europäische Landschaft und zu deren Bewohnern erzählt davon, wie Grenzen entstehen und verschwinden, wie Identitäten sich formen und ineinander verschmelzen.

In englischer, deutscher, mazedonischer, italienischer, und ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Regie: Franz von Strolchen, Recherche, Text: Christian Winkler, Recherche, Dramaturgie: Gábor Thury, Bühne, Kostüme: Andrea Cozzi, Video, musik: Simon Janssen, Regieassistenz: Julia Herrgesell

Mit: Natasa Stork, Natalija Teodosieva, Alina Weber

Eine Franz von Strolchen Produktion mit Unterstützung der Hamburgischen Kulturstiftung, Land Steiermark Kultur (Open Call 2017), Kulturamt Stadt Graz, Bundeskanzleramt Österreich, in Kooperation mit Theater am Lend Graz, Tráfo Theater Budapest, MKC Skopje.