Autor: admin

Bozo Vreco

Bozo Vreco (Krass 2017)

 MUSIK 

28.04.2017, 20 Uhr, K6

Sevdah oder auch der »bosnische Fado« steht für melancholische Liebeslieder, die bereits im Osmanischen Reich gesungen wurden. Bozo Vreco setzt sich über ethnische Grenzen hinweg, wenn er sich als bosnischer Serbe dem Sevdah, also der Musik bosnischer Muslime widmet. Der passionierte Musiker und Autodidakt bricht aber noch mit einem weiteren Tabu, was bisher als unumstößlich auf dem Balkan galt. Er definiert seine Sexualität nicht und spielt auf der Bühne mit Weiblichkeit und Maskulinität. Leidenschaftlich performt Bozo Vreco mit langem Bart, geschminkt und in selbstgefertigten Frauenkleidern auf der Bühne bosnische Liebeslieder.

Hamburger Flüchtlingsbands: Music is my country

 MUSIK 

Der Moment, in dem Sprache nicht funktioniert – für Flüchtlinge ist er alltäglich. Unter dem Motto MUSIC IS MY COUNTRY sucht das Projekt Melting Pop nach weiteren Ausdrucksformen und hat Musik als Universalsprache für sich entdeckt. Auf Kampnagel werden die Songs der jungen Bands zum ersten Mal vor Publikum gespielt, unterstützt unter anderem von den Musikern und Tänzern FINNA, Andrew Benett, Kateryna Ostrovska, Rica Blunck und Ali Ahmad.

Geometry of Dance Vol.3: Krass Urban Dance Battle

Geometry of Dance Vol.3: Krass Urban Dance Battle (KRASS 2016)

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

06.03.2016, 10.30 Uhr, Foyer

Im Urban Dance gibt es keine Regeln, keine Technik, keine Grenzen. Im Freestyle-Contest treffen Tänzer*innen der puren Streetculture aufeinander. Zahlreiche HipHop-, Breakdance- und Popping-Teams aus ganz Deutschland treten in Dreierbesetzung gegeneinander an. Es sind Akteur*innen der Freien Szene, die Kunst auf der Straße leben und nun zum KRASS Urban Dance Battle ins Foyer von Kampnagel bringen. Das beste Team wird durch eine professionelle Jury per K.O.-System ermittelt.

Adnan Softić / Günter Reznicek und Gloria Brillowska: Slawendisko

Adnan Softić / Günter Reznicek und Gloria Brillowska: Slawendisko, (Krass-Festival 2016)

 MUSIK 

04.03.2016, 22 Uhr, KMH

Vor mehr als 20 Jahren war die Slawendisko der beiden Künstler und Musiker Adnan Softić und Günter Reznicek so etwas wie die ungezogene Antwort auf die Russendisko, man scherte sich um nichts, ausser darum, selbst die protestantischste Seele zum Hopsen zu bringen. Clubs wie der Golden Pudel konnten ein Lied davon singen. Wenn die beiden nun mit gebeugten Rücken und ergrauten Schläfen wiederkehren, ist nur eines sicher und dieses Eine weiß niemand.

Autoput: Ko To Tamo Peva

Autoput: Ko To Tamo Peva (Krass-Festival 2016)

04.03.2016, 21 Uhr, KMH

Die Gruppe Autoput synchronisiert in einer Liveperformance den Kultfilm KO TO TAMO PEVA (Wer singt denn da?) mit viel Humor und Improvisationstalent. Der Film aus dem Jahr 1973 berichtet von einer Autobusfahrt nach Belgrad. Obwohl die Strecke nur 100 km lang ist, dauert die Reise einen ganzen Tag. Aufgehalten wird die bunt zusammengewürfelte Reisegruppe durch Wegelagerer, die Armee und landet sogar in einem Flussbett. Am 5. April 1941 erreichen sie ihr Ziel zum Beginn der deutschen Bombardierung Belgrads. Es ist die Geschichte der Absurdität von Normalität im Angesicht des Krieges.

Théâtre Follown: Die Herren des Wahnsinns

Théâtre Follown: Die Herren des Wahnsinns (Krass-Festival 2016)

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ

04.–05.03.2016, 19 Uhr, P1

Die Hamburger Gruppe Follown konfrontiert sich im zweiten Teil ihrer Europatrilogie mit der mystischen Seite Afrikas: Aus der traumatischen Erfahrung des Kolonialismus heraus wurden verrückte Geister geboren. Diese fühlen sich heute berufen, das kranke Europa aufzusuchen und zu behandeln. In einer wahnwitzigen Szenencollage aus Theater, Film, Tanz und Imagination entlarvt das Stück DIE HERREN DES WAHNSINNS die Konstruktion von Bedrohung und Angst durch das Fremde. Der Titel bezieht sich auf den umstrittenen Dokumentarfilm »Les Maitres fou« des französischen Filmemachers Jean Rouch.

Kwiskotheka – I was a Refugee (Teil 2)

KRASS Festival 2016 Kwiskotheka Teil 2 Branko Šimić / Martina Stoian / Nikola Duric: I was a Refugee

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

03.–04.03.2016, 19.30 Uhr [Uraufführung], K2

„Warum gehen uns die aktuellen Bilder der Flucht nach Europa so nahe? Warum berühren uns die Leiden und Strapazen so sehr? Eine Antwort darauf ist, dass wir mit den großen Erzählungen von Flucht aufgewachsen sind. Da wäre einmal die Odyssee aus der Antike und der Auszug der Israeliten aus Ägypten. Diese Geschichten sind in uns eingeschrieben und gerade lese ich eine davon tatsächlich mit meiner Tochter. Aber wo große Epen in die Wirklichkeit hereinbrechen, sind Die Kulturschaffenden nicht weit. So warten Dutzende von Dramaturgen, Dirigenten und Regisseuren vor den Türen der Erstaufnahmeeinrichtungen und kaum fallen die Geflüchteten aus dem Bus, werden sie auch schon auf die Bühne gezerrt, als Nabokovs Gefangenenchor oder in die Aufführungen „Die Schutzbefohlenen“ am Thalia oder aufs „Schiff der Träume“ am Schauspielhaus.

Regie: Branko Šimić, Texte und konzeptionelle Mitarbeit: Nikola Duric, Videodesign: Rio Grande, Bühne: Martina Stoian, Kostüme: Sharon Rohardt, Assistenz: Nihal Demir

Mit: Tina Keserovic, Heinz Strojek, Gildo Bavcevic, Bora Cem Celik, Justyna Rygielska, Azad Yesilmen, Siham Refaie, Muwala-Paulo Lando, Asja Künster, Michelle Sattva Nguyen, Daniel Milanovic, Salah Zater, Bora und sein Bruder, Nihal, Sofie, Rike, Jö, jugendliche Flüchtlinge des Flüchtlingsheimes in Neugraben-Fischbek

Gefördert von Fonds Soziokultur.