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Khebez Dawle خبز دولة

Khebez Dawle (Krass-Festival 2016)

 MUSIK 

26.02.2016, 22 Uhr, KMH

Die syrische Rock-Band Khebez Dawle خبز دولة (zu deutsch: »Das Brot meines Landes«) hat ihre Flucht nach Europa zur Konzerttour gemacht. Ihr arabischer Post-Rock hält die Ereignisse einer gescheiterten Revolution wach, Momentaufnahmen eines Abschieds aus der Heimat. Die Bandmit-glieder flohen vor dem Krieg in Syrien und fanden 2013 im Libanon wieder zusammen. Über die Türkei flüchteten sie nach Griechenland und als sie dort aus den Schlauchbooten stiegen, verteilten sie spontan CDs an Touristen am Strand, die eigentlich für europäische Labels gedacht waren. In Kroatien organisierten befreundete Kollegen ein erstes Konzert, auf der Weiterreise nach Berlin spielten sie auch in ausverkauften Clubs in Zagreb und Wien. Für die Band stand fest weiter Musik zu machen, um zu zeigen, dass nicht alle Flüchtlinge arm und mittellos sind und für die zu sprechen, die in Syrien keine Stimme haben. Während des KRASS Festivals tritt Khebez Dawle zum ersten Mal in Hamburg auf.

Endless Hospitality

KRASS Festival 2016 Philip Baumgarten / Afsane Ehsandar: Endless Hospitality

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

25.–28.02.2016, 21 Uhr [Premiere / Uraufführung], K1

Was macht die Flucht mit den Menschen, die auf dem Weg ihren legalen Status und ihre Identität zurück lassen müssen und nach ihrer Ankunft gezwungen sind, sich beides hart zurück zu erkämpfen? Diese Frage beschäftigte die Theaterautorin Afsane Ehsandar nach ihrer Flucht aus dem Iran. ENDLESS HOSPITALITY ist ein groteskes Drama über die Innenwelten der Flucht, über Geschichten, die sich in keinem Land erzählen lassen und über eine Gefängniszelle als Sehnsuchtsort. Gemeinsam mit dem Regisseur Philip Baumgarten und einem internationalen Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen versucht Ehsandar mit ENDLESS HOSPITALITY die Reproduktion von Opferrollen und Betroffenheiten zu unterbrechen, um von Ereignissen zu berichten, deren Protagonist*innen abwesend bleiben werden.

Text: Afsane Ehsandar, Regie, Choreografie: Philip Baumgarten, Regieassistenz: Marietheres Jessev, Dramaturgie: Juliane Löffler, Musik: Kristof Gundelfinger, Mira Kempf, Bühne: Hanna Lenz mit Mara Pieler, Kostüme: Clarissa Freiberg

Mit: Pouya Arastoo, Antoine Effroy, Maike Möller, Leon Ullrich, Gilles Welinski

Eine Produktion von Kampnagel. Gefördert von der Hamburgischen Kulturstiftung, Kulturbehörde Hamburg und Rudolf Augstein Stiftung.

Kwiskotheka! – Wie das Lächeln aus dem Gesicht von Beate Zschäpe verschwindet (Teil I)

Kwiskotheka! – Wie das Lächeln aus dem Gesicht von Beate Zschäpe verschwindet (Teil I)

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

25.–27.02.2016, 19 Uhr [Uraufführung], K2

Die jugoslawische Kultsendung Kwiskotheka eröffnete in den 70er Jahren eine neue Art des Frage- und Antwortspiels. Über vierzig Jahre später wird das TV-Studio zu einer multifunktionalen Installation, einem bespielbaren Raum, der neue Fragen aufwirft. Die KWISKOTHEKA 2016 ist ein gastgebendes Bühnenbild, das sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Migrant*innen und ihrer Feind*innen zum Thema nimmt. In der Kwiskotheka 2016 beschäftigt sich der Regisseur und Kurator des Krass Festivals, Branko Šimić, mit der Konstruktion von Antworten auf Fragen der Geflüchteten an Deutschland und ihren Ideen für Deutschland. In diesem Theaterstudio werden drei unterschiedliche Inszenierungen gezeigt:

Regie: Branko Šimić, Choreografie: „AnDy Calypso“, Texte und konzeptionelle Mitarbeit: Nikola Duric, Texte und konzeptionelle Mitarbeit: Nikola Duric, Videodesign: Rio Grande, Bühne: Martina Stoian, Kostüme: Sharon Rohardt, Assistenz: Nihal Demir

Mit: Tina Keserovic, Мanuel Muerte, Gildo Bavcevic, Bora Cem Celik, Azad Yesilmen, Siham Refaie, Muwala-Paulo Lando, Asja Künster, Michelle Sattva Nguyen, Daniel Milanovic

Mobile Albania / Pneuma Szöv – Paplament

Mobile Albania / Pneuma Szöv – Paplament (Krass-Festival 2016)

 INSTALLATION / AUSSTELLUNG 

25.–28.02. & 02.–05.03.2016, 19 Uhr, Piazza

Die Pap-Familie ist ein wandernder Stamm, der auf seinen Raubzügen graue Stadtplätze, schwarze Bühnen, leere Hintergärten besetzt. Die Orbanisierung hat begonnen: neue Grenzen überall, Angst als politische Strategie, Totalkontrolle des öffentlichen Raums, Segregation. Brandstiftende Banden wüten, behaupten ihr Territorium, wollen es abschirmen gegen unerwünschte Eindringlinge. Auf dem Festival richtet sich die Pap-Familie in ihrer Jurte aus Wahlpappen häuslich ein und lädt ein zum Anfertigen nützlicher und unnützer Dinge aus den Pappenheimern der letzten Wahlen, frei nach dem Motto: »Die Wahlposter braucht kein Mensch, aber die Pappe ist super.« Do it yourself – vom AfD-Fächer bis zum Martin-Schulz-Schwert ist alles dabei. Während der Handarbeit taucht man ein in den Kosmos der Pap-Familie, die nach neuen und alten Identitäten jenseits der Nationen sucht.

Eine Produktion von Mobile Albania (Gießen) und Pneuma Szöv (Budapest) in Koproduktion mit LOFFT – DAS THEATER. Gefördert durch Stadt Leipzig, Kulturamt, Fonds Darstellende Künste und Robert Bosch Stiftung – Internationales Theaterinstitut im Rahmen des »Szenenwechsel«–Programms. Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Alexander Pehlemann / Felix Kubin: Go Ost! Klang – Zeit – Raum: Reisen in die Subkulturzone Osteuropas

Alexander Pehlemann / Felix Kubin: Go Ost! Klang – Zeit – Raum: Reisen in die Subkulturzone Osteuropas (Krass-Festival 2015)

 MUSIK 

21.02.2015, 21 Uhr, KMH

In dem Buch »GO OST!« begibt sich Ex-DDR-Provinz-Punk Alexander Pehlemann auf den Weg durch die ehemaligen Provinzen des sowjetischen Empires und Ex-Jugoslawiens. Er erlebt einiges: eine Polski Punky Reggae Party, den tschechischen Prog-Punk-Sonderweg, jüdische Konzeptkunstpunks in Ungarn, das Zusammentreffen von Eastbam und Westbam, neo-orthodoxe Post-Punks mit Bischofswürden in Mazedonien, den industriellen Ursprungsort der Neuen Slowenischen Kunst, Raves in Leningrad und eine Goa-Komunalka in Sankt Petersburg, katholische Alt-Punks in Polen und sibirische Freaks. Pehlemanns Entdeckungsreise durch die Subkulturzonen Osteuropas ist eine radikal subjektive Annäherung an jene untergegangenen oder transformierten, teils auch museal oder staatstragend gewordenen Szenen. Die als Seiteneinwürfe bezeichneten Gastbeiträge von Felix Kubin sind eine subjektive Ad-Hoc-Bestenliste: zum Beispiel seine persönliche Auswahl der zehn wichtigsten Schallplatten aus dem Osten, basierend auf einer langen Sammlerleidenschaft und angehäufter Expertise, sowie der Tatsache, dass er seit vielen Jahren aktiv am Brückenschlag zwischen Ost und West arbeitet.

Geometry of Dance Vol.2: Krass Urban Dance Battle

Geometry of Dance Vol.2: Krass Urban Dance Battle (Krass-Festival 2015)

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

21.02.2015, 13 Uhr, Foyer

Im Urban Dance gibt es keine Regeln, keine Technik, keine Grenzen. Im Freestyle-Contest treffen Tänzerinnen der puren Streetculture aufeinander. Zahlreiche HipHop-, Breakdance- und Popping-Teams aus ganz Deutschland treten in Dreierbesetzung gegeneinander an. Es sind Akteurinnen der Freien Szene, die Kunst auf der Straße leben und nun zum KRASS Urban Dance Battle ins Foyer von Kampnagel bringen. Das beste Team wird durch eine professionelle Jury per K.O.-System ermittelt.

Balkanizer / Trovaci / Damir Avdić: Konzert + Lesung

Balkanizer / Trovaci / Damir Avdić: Konzert + Lesung (Krass-Festival 2015)

 MUSIK 

20.02.2015, 21.30 Uhr, KMH

Danko Rabrenović alias der Balkanizer liest aus seinem neuesten Buch »Herzlich Willkommencic, Heimatgeschichten vom Balkanizer«, das im Februar 2015 erscheint. In den autobiografischen Alltags-Geschichten spielt er mit kulturellen Gegensätzen und Klischees aus Deutschland und dem Balkan, zeigt aber auch, wie eine Symbiose beider Welten aussehen kann. Neben dem Schreiben hat Rabrenović eine zweite Leidenschaft: die Musik. Mit seiner Düsseldorfer Balkan-Ska-Punk-Band Trovaci (übersetzt: »Vergifter«) spielt er exklusiv deutsche, serbische sowie kroatische Songs aus seinem neuen Album »Aprililili«, das im März 2015 erscheinen wird. Im Anschluss tritt der berühmte bosnische Anarcho-Liberalist und Post-Punk-Poet Damir Avdic auf und reißt mit seinen Gitarrenriffs die Bude auseinander. Avdic beschreibt die Deformationen der östlichen und westlichen Gesellschaften heute – seine bosnischen und englischen Texte transportieren sich durch die Energie seiner Performance: »I am the devil and I am going to meet you in hell!«