Programm 2016

Geometry of Dance Vol.3: Krass Urban Dance Battle

Geometry of Dance Vol.3: Krass Urban Dance Battle (KRASS 2016)

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

06.03.2016, 10.30 Uhr, Foyer

Im Urban Dance gibt es keine Regeln, keine Technik, keine Grenzen. Im Freestyle-Contest treffen Tänzer*innen der puren Streetculture aufeinander. Zahlreiche HipHop-, Breakdance- und Popping-Teams aus ganz Deutschland treten in Dreierbesetzung gegeneinander an. Es sind Akteur*innen der Freien Szene, die Kunst auf der Straße leben und nun zum KRASS Urban Dance Battle ins Foyer von Kampnagel bringen. Das beste Team wird durch eine professionelle Jury per K.O.-System ermittelt.

Adnan Softić / Günter Reznicek und Gloria Brillowska: Slawendisko

Adnan Softić / Günter Reznicek und Gloria Brillowska: Slawendisko, (Krass-Festival 2016)

 MUSIK 

04.03.2016, 22 Uhr, KMH

Vor mehr als 20 Jahren war die Slawendisko der beiden Künstler und Musiker Adnan Softić und Günter Reznicek so etwas wie die ungezogene Antwort auf die Russendisko, man scherte sich um nichts, ausser darum, selbst die protestantischste Seele zum Hopsen zu bringen. Clubs wie der Golden Pudel konnten ein Lied davon singen. Wenn die beiden nun mit gebeugten Rücken und ergrauten Schläfen wiederkehren, ist nur eines sicher und dieses Eine weiß niemand.

Autoput: Ko To Tamo Peva

Autoput: Ko To Tamo Peva (Krass-Festival 2016)

04.03.2016, 21 Uhr, KMH

Die Gruppe Autoput synchronisiert in einer Liveperformance den Kultfilm KO TO TAMO PEVA (Wer singt denn da?) mit viel Humor und Improvisationstalent. Der Film aus dem Jahr 1973 berichtet von einer Autobusfahrt nach Belgrad. Obwohl die Strecke nur 100 km lang ist, dauert die Reise einen ganzen Tag. Aufgehalten wird die bunt zusammengewürfelte Reisegruppe durch Wegelagerer, die Armee und landet sogar in einem Flussbett. Am 5. April 1941 erreichen sie ihr Ziel zum Beginn der deutschen Bombardierung Belgrads. Es ist die Geschichte der Absurdität von Normalität im Angesicht des Krieges.

Théâtre Follown: Die Herren des Wahnsinns

Théâtre Follown: Die Herren des Wahnsinns (Krass-Festival 2016)

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ

04.–05.03.2016, 19 Uhr, P1

Die Hamburger Gruppe Follown konfrontiert sich im zweiten Teil ihrer Europatrilogie mit der mystischen Seite Afrikas: Aus der traumatischen Erfahrung des Kolonialismus heraus wurden verrückte Geister geboren. Diese fühlen sich heute berufen, das kranke Europa aufzusuchen und zu behandeln. In einer wahnwitzigen Szenencollage aus Theater, Film, Tanz und Imagination entlarvt das Stück DIE HERREN DES WAHNSINNS die Konstruktion von Bedrohung und Angst durch das Fremde. Der Titel bezieht sich auf den umstrittenen Dokumentarfilm »Les Maitres fou« des französischen Filmemachers Jean Rouch.

Kwiskotheka – I was a Refugee (Teil 2)

KRASS Festival 2016 Kwiskotheka Teil 2 Branko Šimić / Martina Stoian / Nikola Duric: I was a Refugee

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

03.–04.03.2016, 19.30 Uhr [Uraufführung], K2

„Warum gehen uns die aktuellen Bilder der Flucht nach Europa so nahe? Warum berühren uns die Leiden und Strapazen so sehr? Eine Antwort darauf ist, dass wir mit den großen Erzählungen von Flucht aufgewachsen sind. Da wäre einmal die Odyssee aus der Antike und der Auszug der Israeliten aus Ägypten. Diese Geschichten sind in uns eingeschrieben und gerade lese ich eine davon tatsächlich mit meiner Tochter. Aber wo große Epen in die Wirklichkeit hereinbrechen, sind Die Kulturschaffenden nicht weit. So warten Dutzende von Dramaturgen, Dirigenten und Regisseuren vor den Türen der Erstaufnahmeeinrichtungen und kaum fallen die Geflüchteten aus dem Bus, werden sie auch schon auf die Bühne gezerrt, als Nabokovs Gefangenenchor oder in die Aufführungen „Die Schutzbefohlenen“ am Thalia oder aufs „Schiff der Träume“ am Schauspielhaus.

Regie: Branko Šimić, Texte und konzeptionelle Mitarbeit: Nikola Duric, Videodesign: Rio Grande, Bühne: Martina Stoian, Kostüme: Sharon Rohardt, Assistenz: Nihal Demir

Mit: Tina Keserovic, Heinz Strojek, Gildo Bavcevic, Bora Cem Celik, Justyna Rygielska, Azad Yesilmen, Siham Refaie, Muwala-Paulo Lando, Asja Künster, Michelle Sattva Nguyen, Daniel Milanovic, Salah Zater, Bora und sein Bruder, Nihal, Sofie, Rike, Jö, jugendliche Flüchtlinge des Flüchtlingsheimes in Neugraben-Fischbek

Gefördert von Fonds Soziokultur.

Khebez Dawle خبز دولة

Khebez Dawle (Krass-Festival 2016)

 MUSIK 

26.02.2016, 22 Uhr, KMH

Die syrische Rock-Band Khebez Dawle خبز دولة (zu deutsch: »Das Brot meines Landes«) hat ihre Flucht nach Europa zur Konzerttour gemacht. Ihr arabischer Post-Rock hält die Ereignisse einer gescheiterten Revolution wach, Momentaufnahmen eines Abschieds aus der Heimat. Die Bandmit-glieder flohen vor dem Krieg in Syrien und fanden 2013 im Libanon wieder zusammen. Über die Türkei flüchteten sie nach Griechenland und als sie dort aus den Schlauchbooten stiegen, verteilten sie spontan CDs an Touristen am Strand, die eigentlich für europäische Labels gedacht waren. In Kroatien organisierten befreundete Kollegen ein erstes Konzert, auf der Weiterreise nach Berlin spielten sie auch in ausverkauften Clubs in Zagreb und Wien. Für die Band stand fest weiter Musik zu machen, um zu zeigen, dass nicht alle Flüchtlinge arm und mittellos sind und für die zu sprechen, die in Syrien keine Stimme haben. Während des KRASS Festivals tritt Khebez Dawle zum ersten Mal in Hamburg auf.

Endless Hospitality

KRASS Festival 2016 Philip Baumgarten / Afsane Ehsandar: Endless Hospitality

 THEATER / PERFORMANCE /­ TANZ 

25.–28.02.2016, 21 Uhr [Premiere / Uraufführung], K1

Was macht die Flucht mit den Menschen, die auf dem Weg ihren legalen Status und ihre Identität zurück lassen müssen und nach ihrer Ankunft gezwungen sind, sich beides hart zurück zu erkämpfen? Diese Frage beschäftigte die Theaterautorin Afsane Ehsandar nach ihrer Flucht aus dem Iran. ENDLESS HOSPITALITY ist ein groteskes Drama über die Innenwelten der Flucht, über Geschichten, die sich in keinem Land erzählen lassen und über eine Gefängniszelle als Sehnsuchtsort. Gemeinsam mit dem Regisseur Philip Baumgarten und einem internationalen Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen versucht Ehsandar mit ENDLESS HOSPITALITY die Reproduktion von Opferrollen und Betroffenheiten zu unterbrechen, um von Ereignissen zu berichten, deren Protagonist*innen abwesend bleiben werden.

Text: Afsane Ehsandar, Regie, Choreografie: Philip Baumgarten, Regieassistenz: Marietheres Jessev, Dramaturgie: Juliane Löffler, Musik: Kristof Gundelfinger, Mira Kempf, Bühne: Hanna Lenz mit Mara Pieler, Kostüme: Clarissa Freiberg

Mit: Pouya Arastoo, Antoine Effroy, Maike Möller, Leon Ullrich, Gilles Welinski

Eine Produktion von Kampnagel. Gefördert von der Hamburgischen Kulturstiftung, Kulturbehörde Hamburg und Rudolf Augstein Stiftung.